Die Selber Wölfe (dunkle Trikots) versuchten alles, aber die Hannover Scorpions konnten am Ende jubeln.
Foto: Mario Wiedel
Nur eine Serie der Oberliga-Viertelfinals war vor Spiel 6 noch nicht entschieden, nämlich die der Hannover Scorpions gegen die Selber Wölfe. Hannover hatte dank der 3:2-Führung den ersten Matchpuck und musste dafür nach Selb reisen. Am Ende setzten sich die Scorpions in einem erneut engen Duell durch, gewannen mit 2:1 und zogen ins Halbfinale der Aufstiegsplayoffs zur DEL2 ein. In diesem treffen die Scorpions mit Heimrecht auf den ECDC Memmingen, der im Viertelfinale bereits Hannover-Erfahrung gesammelt hat und die Indians mit 4:0-Siegen ausschaltete. Außerdem bekommt es Süd-Hauptrunden-Meister Deggendorf mit den Tilburg Trappers zu tun. Letztere besitzen kein Aufstiegsrecht zur DEL2.
Die Anfangsphase gehörte eher den Gästen, doch sie konnten dies nicht in ein Tor ummünzen. In der achten Minute mussten sie dann die erste Unterzahl hinnehmen, Justin Kirsch setzte sich wegen Beinstellens auf die Strafbank. Die beste Chance der Wölfe vereitelte Goalie Patrick Berger in den letzten Augenblicken des Selber Powerplays, sodass es beim 0:0 blieb. Wenig später durften sich die Skorpione in Überzahl probieren, nachdem Stephan Tramm wegen Hakens hinausgestellt worden war. Doch sie machten es nicht besser als die Wölfe. Und auch in den folgenden Minuten bis zur Pause blieben die Defensivreihen beider Teams stabil, sodass sich nach 20 Minuten noch keine Mannschaft einen Vorteil erarbeitet hatte.
Auch im zweiten Abschnitt konnten trotz aller offensiven Bemühungen die beiden Goalies zunächst nicht überwunden werden. Im Gegenteil, Michel Weidekamp im Selber Kasten und Patrick Berger, der das Hannoveraner Tor bewachte, glänzten immer wieder mit starken Paraden. Kurz nach Mitte des Spiels bekamen die Wölfe ihr zweites Powerplay des Abends zugesprochen, da Allan McPherson mit einem Stockschlag negativ auffiel. Aber die Scorpions hielten sich weiterhin schadlos – und durften in der 37. Minute selbst jubeln: Jordan Knackstedt fälschte einen Schuss von der blauen Linie erfolgreich ab. 18 Sekunden vor der zweiten Pause wurden noch einmal Strafen verteilt: Moritz Raab aus Selb musste wegen Behinderung zwei Minuten vom Eis, Carson McMillan aus Hannover wegen unsportlichen Verhaltens sogar zehn Minuten.
Im letzten Drittel mussten die Wölfe dann alles geben, wenn sie ihre Saison noch verlängern wollten. Doch es war zunächst Justin Kirsch, der mit einem Alleingang für den zweiten Treffer der Skorpione sorgte und so den Job für Selb nicht gerade leichter machte. Und es folgte ein weiteres Unterzahlspiel für die Bayern; Thomas Gauch wurde wegen Beinstellens vom Feld geschickt. Seine Kollegen überstanden diese Phase jedoch ohne Gegentor. Kurze Zeit später fing Kirsch sich dann eine Strafe ein. Das Selber Powerplay blieb zwar torlos, aber sie bekamen dank eines Stockchecks von McMillan eine weitere Überzahl, in der Thomas Gauch auf 1:2 verkürzte. Und noch standen gut drei Minuten auf der Uhr. Doch in diesen gelang den Selber Wölfen kein weiteres Erfolgserlebnis. Somit feierten die Hannover Scorpions den Sieg in der sechsten Partie gegen Selb sowie den Gewinn der Viertelfinalserie.
Annette Laqua