Es besteht noch Hoffnung, dass die Fans in Passau weiterhin Oberliga-Eishockey sehen können.
Foto: Robert Geisler
Die Lage ist äußerst kritisch, aber nicht aussichtslos: Mit dieser Erkenntnis wird in Passau seit über einer Woche an der Rettung der Black Hawks gearbeitet. Am Freitagabend informierten die Gesellschafter in einer kurzfristig einberufenen Veranstaltung über die finanzielle Notlage und erläuterten, wie der Verbleib in der Oberliga gelingen soll.
Es bleiben nur mehr wenige Tage Zeit, um die niedrige sechsstellige Summe aufzutreiben, die dringend benötigt wird. Nur, wenn der Schuldenschnitt gelingt, haben die „Habichte“ eine Zukunft in der Dritten Liga. Andernfalls ist die erst 2024 gegründete Spielbetriebs GmbH am Ende und der Stammverein, die EHF Passau Black Hawks, müssten einen Neustart in der Bezirksliga machen. So weit soll es nicht kommen, das machten die Gesellschafter Christian Eder, Max Haidl und Michael Kapfinger (Andreas Weber fehlte aus privatem Grund, fünfter Gesellschafter sind die EHF Passau) deutlich. Ein Dutzend Unternehmer, Partner und Anhänger waren ihrer Einladung gefolgt, um Informationen zur für alle überraschenden Rückzugsandrohung vom 2. April zu erhalten. Sie hörten offene Worte, Entschuldigungen, Appelle und ein klares Bekenntnis: „Wir Gesellschafter werden alles dafür tun, die Oberliga zu erhalten. Es ist nicht unmöglich. Eine gute Grundlage ist da“, betonte Max Haidl.
Über die Gründe der misslichen Lage wollten die Gesellschafter nicht en détail sprechen, „es geht nicht um Schuldzuweisungen“, sagte Christian Eder. Selbstredend wurden Fehler gemacht, so dass aus einem fünfstelligen Defizit vor der Saison ein sechsstelliges wurde und man nun womöglich die Notbremse ziehen muss. Ein paar Hintergrundinformationen gaben die Verantwortlichen, um Transparenz zu schaffen – und um Unterstützung bitten zu können, damit das Aus abgewendet werden kann. Viel ist passiert seit dem letzten Saisonspiel Mitte März im Achtelfinale gegen die Tilburg Trappers. Die sportlich erfolgreiche Saison wird nun von „massiven finanziellen Problemen“ überschattet, stellte Eder fest. Über der Dreiflüssestadt sind jedoch ein paar Funken Hoffnung aufgestiegen: Im Hintergrund hat sich ein junges, namentlich noch nicht genanntes Team gebildet, das bei der Rettung hilft. Es gibt Personen, die sich als Gesellschafter engagieren wollen. Und auch am Freitag gab es Zusagen über finanzielle Unterstützung. Als Berater tritt der Passauer Unternehmer Gerhard Berger auf. Laut seiner Schilderung wurden „zwei Maßnahmenpakete erstellt“. Einerseits steht ein Konzept, um die gegenwärtige Notlage schnell zu beheben. Andererseits ein Plan für nachhaltiges Oberliga-Hockey. Davon ausgehend glühen hinter den Kulissen die Drähte. „Wir Gesellschafter werden zur Rettung beitragen, aber nur, wenn es auch Sinn macht. Wir gehen nur mit einem sattelfesten Pferd in eine weitere Saison“, bestätigt Gesellschafter Michael Kapfinger.
Er und seine Mitstreiter hoffen auf weitere Hilfe – in welcher Form auch immer. Fans engagieren sich (z.B. Spendenaktion), mindestens zehn Spieler des letztjährigen Kaders würden vorerst keine neuen Angebote anderer Klubs annehmen, versicherte Tom Horschel, der am Freitag virtuell zugeschaltet wurde und einen flammenden Appell an die Zuhörer richtete. „Ich bin vom Eishockey in Passau überzeugt, nicht nur ich würde sehr gerne weiterhin für die Black Hawks spielen“, betonte er. Die Black Hawks befinden sich, so formulierten es die Gesellschafter in einer Präsentation treffend, „mitten im wichtigsten Spiel des Jahres“.
Michael Duschl