Kapitän Tyler Spurgeon (Mitte, vorne) und die Memmingen Indians duellieren sich ab Sonntag im Oberliga-Finale mit dem Deggendorfer SC um Ondrej Pozivil (Mitte, hinten).
Foto: Roland Rappel
Noch maximal sieben Spiele wird es in der Oberliga-Saison 2025/26 geben, noch vier Siege braucht einer der beiden Finalisten für das große Ziel, die Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die DEL2. Ab Sonntag duellieren sich der Deggendorfer SC, seines Zeichens Hauptrundenmeister der Oberliga Süd, und der Süd-Zweite, die Memmingen Indians, um den Titel. Es ist das erste Süd-Süd-Duell im Finale seit 2023, als die Starbulls Rosenheim die Blue Devils Weiden mit 3:1 besiegten.
Es verspricht ein spannendes Finalduell zu werden, spielten beide Teams schließlich eine ähnlich starke Saison. Das der Hauptrundentitel letztendlich nach Deggendorf ging, entschied sich erst im direkten Duell beider Teams am vorletzten Spieltag, aus welchem der DSC mit 3:2 knapp als Sieger hervorging. Die weiteren Duelle der Spielzeit gingen jedoch allesamt an die Indians vom Hühnerberg, jeweils mit 4:3 und 5:4 nach Penalty-Schießen sowie mit 3:0. Memmingen konnte dabei beide Heimspiele gewinnen und einmal die drei Punkte aus Deggendorf entführen.
Als leichter Favorit geht dennoch der DSC ins Finale. Der verfügt unter anderem mit Ty und Dylan Jackson (jeweils 103 beziehungsweise 105 Punkte in der Hauptrunde) über das gefährlichste Angriffsduo der gesamten Oberliga. Zudem steht im Tor mit Timo Pielmeier, Olympia-Silbermedaillen-Gewinner von 2018, der inzwischen vierfache Oberliga-Süd-Torhüter des Jahres. Der mittlerweile 36-Jährige hat bereits acht Shutouts (zwei in den Playoffs) in dieser Saison feiern dürfen und kommt in den Playoffs auf eine Fangquote von starken 93,8 Prozent.
Aber auch Memmingens Trainer Daniel Huhn kann auf einen starken Kader und einen starken Rückhalt zählen, mit Justus Roth steht ebenfalls einer der besten Goalies der vergangenen Hauptrunde zwischen den Pfosten. Felix Brassard und Eddy Homjakovs zählen seit Jahren zu den besten Angreifern der Liga und mit den Nachverpflichtungen von Sam Verelst und Verteidiger Leon Fern konnte der ECDC kurz vor den Playoffs nochmal ordentlich Qualität in den Kader holen. Mit Top-Defender Linus Svedlund steht außerdem der Süd-Verteidiger des Jahres 2024/25 für den ECDC auf dem Eis.
Auf dem Weg ins Finale schaltete der DSC zunächst Herford per Sweep mit 3:0, dann Duisburg und zuletzt Tilburg jeweils mit 4:1 aus – ging damit jeweils deutlich als Seriensieger hervor. Aber auch Memmingen gab sich so gut wie keine Blöße, dem 3:1 über Leipzig im Achtelfinale folgten ein 4:0 gegen die Hannover Indians und zuletzt ein 4:2 gegen deren Lokalrivalen aus Mellendorf, die Hannover Scorpions. Nach dem Sieg in Spiel 6 gegen die Wedemarker kündigte Huhn für das nun rein bayrische Finale noch eine Revanche an: „Nach der so knapp verpassten Süd-Meisterschaft haben wir noch eine Rechnung offen.“
Die erste Chance zur Revanche gibt es wie eingangs erwähnt am Sonntagabend, um 18 Uhr beginnt Spiel 1 der Best-of-seven-Serie um die Oberliga-Meisterschaft. Danach wird immer dienstags, freitags und sonntags gespielt, spätestens mit Spiel 7 am 3. Mai steht der neue Oberliga-Meister und DEL2-Aufsteiger fest. Alle Spiele der Finalserie werden live im kostenpflichtigen Stream auf Sprade TV übertragen.
Michael Wutz