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Freitag, 18. Mai 2018

Entwicklungen nach dem SCR-Aus Ralph Bader reagiert auf den offenen Brief von Udo Weisenburger und bezieht Stellung

Ralph Bader äußert sich nach dem Aus des SC Riessersee.
Foto: Gerleigner

13 Jahre lang war Ralph Bader für den SC Riessersee im Einsatz, ehe er im Jahr 2017 fristlos entlassen wurde. Nach dem überraschenden DEL2-Aus des Traditionsclubs und den Anschuldigungen von Udo Weisenburger (offener Brief) an seiner Person bezieht der frühere Geschäftsführer der SCR GmbH Stellung. Bader erklärt dabei seine Sicht der Dinge und kann sich die finanziell stark negative Entwicklung nicht erklären, da das Team aus Garmisch-Partenkirchen mit der Vizemeisterschaft deutlich mehr Einnahmen hätte haben müssen, als noch vor der Saison einkalkuliert. Dennoch gesteht Bader auch Fehler ein, aber er kann die nicht belegte Schuldzuweisung von Weisenburger nicht nachvollziehen.

Auszüge aus der Stellungnahme von Ralph Bader:

"Richtig ist, dass ich Herrn Weisenburger im Frühjahr 2015 gebeten habe, ob er als Gesellschafter in die SCR GmbH einsteigt. Der Grund hierfür war der Ausfall eines bisherigen Gönners über ca. 200.000 Euro in der Saison 14/15. Herr Weisenburger erklärte sich bereit, diese Summe rückwirkend zu übernehmen und auch Sponsorenverträge/Darlehen für die Saison 15/16 zu unterschreiben. Hieraus ergibt sich auch die geplante und von ihm genannte Summe von ca. 470.000 Euro.

Seit August 2015 war Herr Weisenburger ebenfalls Gesellschafter/Geschäftsführer der SCR GmbH. Dies war seine Bedingung, damit er der SCR GmbH weiterhin Geld zur Verfügung stellt. Als Gesellschafter/Geschäftsführer wurde er von stets über alle wesentlichen Abläufe informiert und erhielt auch die monatlichen betriebswirtschaftlichen Auswertungen aus der Buchhaltung. Davon will er nun offenbar nichts mehr wissen und die jetzt - wie auch immer - eingetretene Misere mir "in die Schuhe schieben". So geht das aber nicht. Im April 2016, nachdem Herr Weisenburger ein Jahr "an Bord" war und komplette Einsicht in alle Unterlagen hatte, übernahm er die zweite Hälfte der GmbH, also die gesamte Gesellschaft. Dies war sein alleiniger ausdrücklicher Wunsch. Er wollte Besitzer der SCR GmbH sein. Welcher ordentliche Kaufmann, der Herr Weisenburger sicher sein will, macht das ohne kritische Durchsicht der Bücher und Firmenunterlagen? Für die Saison 16/17 hat Herr Weisenburger als Alleingesellschafter bereits nachweislich Unterschriften für über 600.000 Euro (Sponsorenverträge/Darlehen mit Rangrücktritt) zur wirtschaftlichen Absicherung der SCR GmbH geleistet. Von Misswirtschaft kann keine Rede sein: das wirtschaftliche Umfeld in Garmisch war und ist für Eishockey in der DEL2 schwierig. Aber Herr Weisenburger kann jetzt nach der Saison 17/18 weder von irgendwelchen grundlegenden Zahlen "überrascht" sein, noch pauschal von "Misswirtschaft" aus meiner Zeit sprechen, wenn er, wie er selbst schreibt, 500.000 Euro aus dem bereits früher bekannten Rahmen von gut 600.000 Euro in die GmbH einbezahlen musste.

Die SCR GmbH hat durch meinen überstürzten Rauswurf von heute auf morgen etwa 200.000 Euro an Sponsoreneinnahmen verloren. Ob und wie diese Summe aufgefangen wurde, ist mir nicht bekannt. Welche Sponsorenverträge hier rückwirkend angefochten wurden und ob mit Erfolg, ist mir ebenfalls nicht bekannt.

Alle Spielerverträge für die Saison 17/18 die ich noch getätigt habe, waren Herrn Weisenburger bekannt. Die Verträge der Spieler Dibelka/Mueller wurden bereits im Sommer 2016 unterschrieben. Die Gehälter wurden von Herrn Weisenburger genehmigt. Nach meiner Kündigung hat Herr Weisenburger noch acht weitere Spielerverträge unterschrieben. Für die Höhe der Personalkosten im Etatplan für die Saison 17/18 war Herr Weisenburger nach meiner Kündigung ganz alleine verantwortlich. Mir sind Playoff-Prämien für die von mir unterschriebenen Verträge von ca. 50.000 Euro brutto (Gesamtsumme aller Spieler für alle Runden) bekannt. Dies entspricht der Einnahme von einem gut besuchten Playoff-Spiel. Unangemessene Prämien habe ich jedenfalls nicht zugesagt. Der SCR hatte außerdem mindestens doppelt so viele Zuschauer-Einnahmen als kalkuliert und zehn Playoff-Heimspiele!

Zum Schluss möchte ich mich - trotz der weitestgehend haltlosen Vorwürfe mir gegenüber - bei Herrn Weisenburger bedanken, dass er damals als Investor beim SCR eingestiegen ist. Auch ich habe in 13 Jahren SC Riessersee sicherlich viele Fehler gemacht, zu denen ich auch stehe, aber ich habe mich noch nie hingestellt und nur mit dem Finger auf andere gezeigt."


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Notizen

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