36.153 Zuschauer sahen bei offenem Dach das Winter Classic in Miami zwischen den Florida Panthers und den New York Rangers.
Foto: Dirk Sing
Die NHL hatte im Vorfeld des „Winter Classic Discover“ in Miami die ganz große Show versprochen – und die Liga hielt ihr Wort! Die 36.153 Zuschauer im ausverkauften „IoanDepot park“, in dem normalerweise dir Baseballer der Florida Marlins ihre Heimspiele austragen, bekamen beim ersten Outdoor-Game in Florida sowohl auf als auch neben der Eisfläche ein echtes Spektakel geboten – wenn auch mit einem Wermutstropfen: Denn die heimischen Florida Panthers verloren gegen die New York Rangers mit 1:5.
Unmittelbar bevor Popsänger Luis Fonsi mit seinem Welthit „Despacito“ die beiden Teams beim Gang zur eigens installierten Eisfläche musikalisch begleitete, wurde das Stadiondach geöffnet, sodass diese Partie wie geplant unter freiem Himmel stattfinden konnte. Dabei hatten die klimatischen Bedingungen den Verantwortlichen wahrlich in die Karten gespielt. Pünktlich zum Eröffnungsbully wurde eine Temperatur von „nur“ 17,3 Grad Celsius gemessen.
Entgegen allen Vorhersagen war es damit doch nicht die bislang wärmste Outdoor-Partie in der Geschichte der NHL. Bei der „Coors Light Stadium Series“ 2016 in Colorado (Detroit Red Wings gegen Colorado Avalanche) hatte das Thermometer bei Spielbeginn 18 Grad angezeigt.
Mit den dennoch ungewohnten Bedingungen kamen schließlich die New York Rangers deutlich besser zurecht als der heimische Back-to-Back-Stanley-Cup-Champion. Die Panthers wiesen zwar am Ende deutlich mehr Torschüsse auf (37:20). Doch die Blueshirts hatten mit Mika Zibanejad und Artemi Panarin zwei Scharfschützen in ihren Reihen, welche an diesem Abend nicht zu stoppen waren. Während der Schwede Zibanejad einen Hattrick erzielte (16./21./59.) und zwei Vorlagen gab (neuer Punkterekord für ein Freiluftspiel), steuerte sein russischer Reihen-Partner zwei Treffer (17./53.) bei. Das einzige Tor für die Panthers, bei denen der für das amerikanische Olympiateam nominierte Verteidiger Seth Jones nach dem ersten Drittel aufgrund einer Oberkörperverletzung passen musste, erzielte Sam Reinhart (43.).
„Es war eine unglaubliche Atmosphäre und Dynamik in diesem Stadion, welche sich auf meine Mannschaft übertragen hat“, resümierte Rangers-Headcoach Mike Sullivan nach der Partie und ergänzte: „Ich hoffe natürlich, dass uns dieser Sieg und dieses einmalige Erlebnis für die weiteren Begegnungen einen richtigen Schub gibt.“ Zuvor hatten die Rangers drei Spiele hintereinander verloren.
Sullivans Gegenüber Paul Maurice zeigte sich indes als fairer Verlierer. „Natürlich hätten wir unseren Familien und Fans bei dieser besonderen Partie gerne den Sieg geschenkt. Unter dem Strich haben wir uns allerdings zu viele Fehler geleistet. Die Rangers haben es hingegen gut gemacht und ihre Chancen besser genutzt“, so Maurice. Trotz der Niederlage gelte es, die „großartigen Erinnerungen an dieses außergewöhnliche und einmalige Event in Florida“ mitzunehmen und nach vorne zu blicken. Schließlich wartet bereits am Sonntag wieder der – im Vergleich dazu – „schnöde“ NHL-Alltag auf die Panthers – und dieser heißt Colorado Avalanche in der heimischen Amerant Bank-Arena.
Das Winter Classic in Miami wird aber nicht das einzige Freiluftspiel in Florida in dieser Saison bleiben: Am 1. Februar treffen im Raymond James Stadium in Tampa die heimischen Lightning auf die von Marco Sturm trainierten Boston Bruins.
Dirk Sing/Miami
Das Spiel im Stenogramm:
Florida Panthers - New York Rangers
1:5 (0:2, 0:1, 1:2)
Tore: 0:1 (15:09) Zibanejad 13 (Lafrenière, Panarin), 0:2 (16:13) Panarin 15 (Zibanejad, Lafrenière), 0:3 (20:58) Zibanejad 14 (Lafrenière, Trocheck), 1:3 (42:20) Reinhart 23 (Bennett, Marchand), 1:4 (52:25) Panarin 16 (Trocheck, Zibanejad), 1:5 (58:32) Zibanejad 15; Torhüter: Bobrovsky (15) - Shesterkin (36); Strafminuten: Florida 6, N. Y. Rangers 12; Zuschauer: 36.153.