Einen Tag nach der 1:4-Pleite gegen Finnland zeigte sich Mitfavorit Schweden gut erholt und besiegte die Slowakei mit 5:3. Für Platz eins in der Gruppe B reicht das aber wohl dennoch nicht.
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Im Parallelspiel zur deutschen 3:4-Niederlage gegen Lettland am Samstagmittag setzte sich Schweden letztlich ungefährdet mit 5:3 gegen die Slowakei durch. Doppelpacker Elias Pettersson und Moritz Seiders Teamkollege Lucas Raymond von den Detroit Red Wings (ein Tor, zwei Assists) führten ihr Team auf die Siegerstraße. Die drei Punkte bringen die Skandinavier zwar für den Moment noch einmal zurück ins Rennen um den Sieg in der Gruppe B. Sollte sich Finnland jedoch am Samstagnachmittag keinen heftigen Patzer erlauben, fiel der Erfolg der Schweden um mindestens ein Tor zu gering aus.
Wie schon in den ersten drei Turnierspielen auch brachte Schweden durchaus viele Scheiben zum Tor des Gegners, ohne dabei aber überaus geradlinig zu wirken, besonders zu Beginn der Partie. Besser machten es die Skandinavier dann aber ausgerechnet in Unterzahl, als Joel Eriksson Ek zur Führung traf. Diese hatte aber nur gut eineinhalb Minuten Bestand, ehe die Slowaken in Person ihres jungen Top-Stürmers Juraj Slafkovsky (Montreal Canadiens) auf 1:1 stellten. Und nur weil Schwedens Schlussmann Jacob Markström, der zu seinem ersten Turniereinsatz kam, den Puck sieben Sekunden vor Drittelende spektakulär gerade noch so von der Torlinie kratzte, lagen die Tre Kronor nach 20 Spielminuten nicht zurück. Die Situation war so knifflig, dass sie über mehrere Minuten im Video kontrolliert werden musste.
Im zweiten Abschnitt steigerten sich die Schweden und legten zweimal vor. Den zwischenzeitlichen slowakischen Ausgleich in Überzahl konterten die Skandinavier mit dem 3:2 durch Elias Pettersson (35.). So auch der Spielstand nach dem zweiten Drittel. Und auch im Schlussabschnitt gaben die Tre Kronor den Ton an: Erneut Pettersson und Lucas Raymond bauten den Vorsprung der Blau-Gelben auf 5:2 aus und entschieden damit dieses Duell frühzeitig. Ein spätes Powerplay sorgte jedoch noch einmal für Jubel auf Seiten der Slowaken. Dalibor Dvorsky verkürzte 39 Sekunden vor dem Ende auf 3:5 – für den Spielausgang nicht mehr von Bedeutung, womöglich aber immens wichtig im spannenden Kampf um den Sieg in der Gruppe B.
Sollte Finnland nämlich die „Pflichtaufgabe“ Italien am Samstagnachmittag mit drei Punkten meistern, würde es zu einem Dreier-Vergleich zwischen Schweden, der Slowakei und den Finnen kommen (alle sechs Zähler). Und in diesem stehen die Slowaken durch das späte Überzahltor nun besser da als die Schweden und Finnland mit einem Torverhältnis von +1. Finnland steht in dieser Konstellation mit einem ausgeglichen Torverhältnis von null da, während dann die Schweden wegen ihrer Torbilanz von -1 aus den Duellen mit den Slowaken und Finnen noch auf Platz drei zurückrutschen würden. Die Tre Kronor werden demnach Außenseiter Italien die Daumen drücken müssen, damit dieser gegen Finnland für ein Eishockey-Wunder sorgt und zumindest einen Punkt holt.
Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Sebastian Groß