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Samstag, 14. Februar 2026

„Ein frustrierender Nachmittag“ Special Teams und Konteranfälligkeit – Nico Sturm über Lettland-Pleite: „Es war einfach schlampig“

Renars Krastenbergs bejubelt seinen letztlich spielentscheidenden Treffer zum zwischenzeitlichen 4:2 für Lettland.
Foto: City-Press

„Ein frustrierender Nachmittag“, so fasste DEB-Stürmer Nico Sturm die 3:4-Niederlage gegen Lettland am Samstag recht treffend zusammen. Wie schon gegen Dänemark fing das deutsche Team stark an – und ließ danach die Partie aus den eigenen Händen gleiten. Das sah auch der zweifache Stanley-Cup-Champion Sturm so: „Die ersten zehn Minuten kommen wir heraus wie die Feuerwehr. Die Pässe kommen an, wir halten es simpel, dominieren das Spiel, dominieren auch die Geschwindigkeit“, so der Angreifer der Minnesota Wild. „Und dann fängt das Spiel irgendwie an, uns wieder zu entgleiten. Simultan dazu dann auch die Strafzeiten, die wir nehmen.“ War das DEB-Team im Auftaktmatch gegen Dänemark noch komplett ohne Hinausstellung geblieben, haperte es gegen die Letten in Sachen Disziplin und unter dem Strich kosteten die Strafzeiten nicht nur zwei Gegentreffer, sondern auch viel Kraft. „Die Strafen im zweiten Drittel haben uns echt weh getan“, meinte auch Torschütze Lukas Reichel – und Sturm ergänzte: „Am Ende des Tages haben wir das Special-Teams-Battle verloren, und das hat wahrscheinlich das Spiel entschieden.“

Nach dem rasanten Start und der guten Stimmung der deutschen Fans auf den Rängen der kleinen Milano Rho Ice Hockey Arena nahmen immer mehr die lettischen Anhänger die Führungsrolle im Publikum ein. Das blieb auch Nico Sturm und der Mannschaft nicht verborgen: „Das hat man auch in der Halle gemerkt, das Momentum ist auf die andere Seite geschwappt. Und dann war es einfach schlampig für den Rest des Nachmittags.“  Ausreden wollte der DEB-Stürmer keine gelten lassen, denn die deutsche Mannschaft muss auch in den nächsten Tagen mit dem zurechtkommen, was sie vorfindet: „Die Bedingungen sind so, wie sie sind – sie werden nicht mehr besser werden. Man sieht, dass nicht alle Pässe immer ankommen. Das wird sich jetzt auch in den nächsten Tagen nicht mehr ändern. Es ist heiß, es ist eng, es ist laut.“ 

Und so blieb am Ende den deutschen Spielern nur übrig, auch dem Gegner zu gratulieren. Diesmal nicht nur für einen harten Fight, sondern auch zum Sieg. „Die haben dann das Spiel so gestaltet, wie wir es eigentlich tun wollten“, so Sturm. Das sah auch Bundestrainer Kreis so: „Ich muss sagen, die Letten haben sehr konsequent und bedingungslos verteidigt. Entweder war der Schläger, der Lette selbst oder der Torwart bei unseren Versuchen dazwischen. Man hat solche Tage, an denen die Scheibe nicht reingeht.“ Auch nicht in Überzahl, wohlgemerkt trotz unfassbar viel Zeit in der lettischen Defensivzone.

„Unser Powerplay hätte eins oder zwei machen müssen – und dann steht es vielleicht 4:4, aber leider war heute nicht mehr drin“, meinte Draisaitl, der selbst zwei, drei Top-Chancen auf einen Treffer ungenutzt liegen ließ. Etwas, das auch bei einem der besten Torjäger der Welt durchaus mal vorkommt. Dass ein Draisaitl-Treffer gerade im zweiten Abschnitt, als der Oilers-Star zweimal mehr oder weniger unbedrängt auf NHL-Schlussmann Arturs Silovs zulief, der deutschen Mannschaft unheimlich gut getan hätte, steht natürlich ebenfalls außer Frage. „Ich glaube, wir haben in der offensiven Zone viel kreiert. Aber ihr Torwart hat ein klasse Spiel gemacht“, fasste JJ Peterka die oftmals durchaus vielversprechenden Ansätze seiner Mannschaft im Spiel nach vorne zusammen. Einzig es fehlte am Samstag der Killerinstinkt im Abschluss.

Am Sonntag wartet nun das Duell mit den USA (Spielbeginn 21:10 Uhr, live im ZDF und bei Eurosport) auf Draisaitl & Co.: „Wir wissen logischerweise, was da auf uns zukommt. Und wir wollen das Spiel so lange wie möglich geduldig gestalten.“ Geduldig heißt vor allem, den flinken US-Amerikanern nicht ins offene Messer zu laufen, so wie es bisweilen in den Partien gegen Dänemark und Lettland durchaus passierte. „Die Letten haben wirklich gut auf unsere Puckverluste gewartet“, hatte nach der Samstagsniederlage unter anderem Lukas Reichel festgestellt. „Gegen die USA dürfen wir die Scheiben nicht so herschenken, müssen defensiv deutlich besser spielen und vorne unsere Chancen auch nutzen, wenn wir welche haben“, so Reichel über die Mammutaufgabe am Sonntagabend. 

Es wird nun auch darauf ankommen, die Samstagsniederlage schnell abzuhaken, oder wie Schlussmann Philipp Grubauer es formuliert: „Morgen ist ein neuer Tag – und ein neues Spiel.“  Für den einmal mehr starken NHL-Goalie der Seattle Kraken wird es aller Voraussicht nach ein spielfreier Sonntag werden. „Mit großer Wahrscheinlichkeit werden wir ‚Grubi‘ eine Pause gönnen. Er hat erneut sehr viel zu tun gehabt. Die Entscheidung ist noch nicht endgültig gefallen, aber mit großer Wahrscheinlichkeit wird er nicht spielen“, so Bundestrainer Kreis zu seinen Überlegungen auf der Torhüterposition vor dem USA-Spiel am Sonntagabend. Spannen wird dann auch sein, ob der zweimalige Backup Maximilian Franzreb oder der bisher noch nicht aufgestellte Mathias Niederberger den Einsatz gegen die Star-Auswahl der USA erhält.

Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Sebastian Groß
 

Spielplan, Gruppen und Modus des Männer-Turniers (14 Einträge)

 

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Notizen

  • vor 2 Stunden
  • Die Dresdner Eislöwen haben ihr Testspiel am Samstag im tschechischen Litvinov mit 4:2 gewonnen. Die Tore für den abstiegsgefährdeten DEL-Club erzielten Travis Turnbull, Tomas Sykora, Rourke Chartier und Tomas Andres.
  • gestern
  • Die Kölner Haie (1:2 n.V. gegen den SC Bern) und die Straubing Tigers (2:3 gegen Dynamo Pardubice) haben ihre Halbfinals beim Hockeytown Cup im tschechischen Pardubice verloren und treffen am Sonntag (14 Uhr, kostenpflichtiger Livestream unter hockeytowncup.cz) im Spiel um Platz drei aufeinander.
  • vor 2 Tagen
  • Weißwassers Stürmer Nikita Knaus verletzte sich bei seinem Einsatz für die U19-Nationalmannschaft und wird den Rest der Saison ausfallen.
  • vor 4 Tagen
  • Julian Wäser wird den Hannover Indians am Freitag im Oberliga-Nord-Spiel gegen die Füchse Duisburg fehlen. Der Verteidiger ist nach seiner zweiten Fünf-Minuten-Strafe wegen Fighting in dieser Saison automatisch gesperrt.
  • vor 6 Tagen
  • Lukas Gohlke vom EC Peiting wird für seinen Check gegen das Knie seines Gegenspielers im Spiel gegen Heilbronn am 1. Februar für drei Oberliga-Süd-Partien gesperrt. Dies teilte die Liga am Sonntag mit.
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