Nur Justin Schütz (25) und die Adler Mannheim haben im DEL-Halbfinale gegen München bislang Grund zum Jubeln. Der Nationalstürmer erwartet dennoch nach wie vor „eine lange Serie".
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Mit seinen Playoff-Toren vier und fünf hatte Justin Schütz die Adler Mannheim soeben zu einer 3:0-Serienführung gegen den EHC Red Bull München geschossen, doch von einer Vorentscheidung im Halbfinale der PENNY DEL wollte der deutsche Nationalstürmer nichts wissen. „Die Münchener wissen, dass sie die ersten beiden Spiele vielleicht sogar hätten gewinnen müssen. So werden sie auch in Spiel 4 wieder rauskommen. Ich sage immer noch: Das wird eine lange Serie“, sagte der 25-jährige Ex-Münchener nach dem 4:1-Heimsieg in Spiel 3 bei MagentaSport.
Ist Schütz ein moderner Schopenhauer? Oder ist das noch gesunde Skepsis? Tatsächlich passte auch am Sonntag lange Zeit kein Blatt Papier zwischen beide Teams. Zu Beginn des Schlussdrittels glich Yasin Ehliz für die Münchener zum 1:1 aus, doch in der 52. Minute fand Schütz die passende Antwort. Zwei Empty-Net-Tore schraubten das Resultat noch in die Höhe.
Der Unterschied für Schütz? „Maxi Franzreb.“ Der Nationaltorhüter erwischte erneut einen Sahnetag. Seine Fangquoten in den ersten drei Halbfinalduellen: 95,5 Prozent, 93,3 Prozent und 95,7 Prozent. Der 29-Jährige stutzt den Red Bulls regelmäßig die Flügel. Stürmer Markus Eisenschmid wirkte deshalb bereits etwas zermürbt: „Das ist sehr bitter. Wir haben drei gute Spiele gemacht. Es bringt uns aber nichts, wenn wir gut spielen und keinen Weg finden zu gewinnen.“ Während die Mannheimer mit prototypischem Playoff-Eishockey am Dienstag (19.30 Uhr; live bei MagentaSport) in München den Finaleinzug perfekt machen wollen, kämpfen die Oberbayern um das sportliche Überleben.
Der amtierende Meister aus Berlin glänzte in den Playoffs bislang vor allem mit Effizienz. Das änderte sich in Spiel 3 gegen die Kölner Haie. Die Eisbären brannten ein Feuerwerk ab und deckten Kölns Torwart Janne Juvonen mit 55 Torschüssen ein. Auf der Gegenseite verlebte Jake Hildebrand bei seinem ersten Start-Einsatz seit dem 27. Januar einen eher entspannten Nachmittag.
Dank ihres finnischen Tausendsassas Juvonen und zweier später Tore durch Dominik Bokk sowie Oliwer Kaski durften die Haie in der Schlussphase dennoch sogar noch auf eine Overtime hoffen, ehe Leo Pföderl mit einem Treffer ins verwaiste Kölner Tor den hochverdienten 4:2-Sieg und die 2:1-Serienführung sicherstellte. Der 32-jährige Stürmer hatte in der 23. Minute in Überzahl auch das 1:0 für die Gastgeber und damit sein erstes Tor in den laufenden Playoffs erzielt. Pföderls bisherige Ladehemmunng verblüffte vor allem deshalb, weil er noch vor einem Jahr mit acht Toren und zehn Assists maßgeblichen Anteil am Titelgewinn gehabt hatte.
Kapitän Kai Wissmann brachte die Freude über die Tor-Erlösung seines Mitspielers in einer Metapher zum Ausdruck. „Wir wissen beim Leo: Wenn erst mal die Ketchupflasche aufgeht, kommen noch mehr Tore.“ Pföderl selbst sprach hinterher vom „besten Saisonspiel“ der Eisbären. Dagegen monierte Haie-Kapitän Moritz Müller die Zweikampfschwäche seines Teams und forderte im Hinblick auf Spiel 4 am Mittwoch (19.30 Uhr; live bei MagentaSport und im Free-TV bei DF1) in Köln ein „kurzes Gedächtnis“.
Siegmund Dunker
Dienstag, 14. April
| 19.30 | München | – | Mannheim | 2.10 | | | 4.10 | | | 2.90 |
Mittwoch, 15. April
| 19.30 | Köln | – | Berlin | 2.05 | | | 4.10 | | | 3.00 |
(Stand: 13.04.2026, 14.45 Uhr)