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Samstag, 18. April 2026

Vorschau auf Runde eins der Playoffs Western Conference: Drei klare Favoriten und ein Duell zweier Top-Teams

Auch dank ihrer herausragenden Offensive um Martin Necas, Superstar Nathan MacKinnon und Brock Nelson (von links) gehören die Colorado Avalanche zu den Topfavoriten auf den Stanley Cup.
Foto: IMAGO/UPI Photo/Archie Carpenter

Anders als im Osten scheint die Ausgangslage in der Western Conference vor der ersten Playoff-Runde zumindest in drei der vier Serien deutlich klarer – eine Vorschau auf die vier Serien.

Colorado Avalanche - Los Angeles Kings: Auf dem Papier ist es die klarste Angelegenheit der ersten Playoff-Runde in West wie Ost. Mit 121 Punkten gewann Colorado souverän die Presidents' Trophy als bestes Team der Regular Season. Dominant präsentierten sich die Avalanche über weite Strecken der Hauptrunde. Die Kings dagegen holten mit 90 Zählern weniger als gleich vier nicht für die Playoffs der Eastern Conference qualifizierte Teams (Washington, Detroit, Columbus und die New York Islanders), und dies mit sogar nur 22 Siegen nach regulärer Spielzeit, die zweitwenigsten (!) der gesamten NHL nach Schlusslicht Vancouver (15).

Die Kings haben die mit Abstand wenigsten Tore aller Playoff-Teams (225) erzielt, Colorado mit 302 die meisten, die verletzungsbedingten Ausfälle von Kevin Fiala, der sich bei Olympia in Mailand verletzte, sowie von Andrei Kuzmenko wiegen in Los Angeles also umso schwerer. Immerhin zeigte sich Deadline-Verpflichtung Artemi Panarin an neuer Wirkungsstätte in guter Verfassung (27 Punkte in 26 Spielen).

Es ist dennoch ein Kampf David gegen Goliath, den die Kalifornier um ihren Kapitän Anze Kopitar, für den es die letzten Spiele vor dem angekündigten Karriereende sein werden, antreten müssen. Colorados Offensive ist in Bestform kaum zu stoppen – das lernten auch die Kings bei den drei verlorenen direkten Duellen in der Hauptrunde.

Dallas Stars - Minnesota Wild: Ein ganz anderes Bild als zwischen Colorado und Los Angeles bietet sich in der Serie zwischen Stars und Wild. Denn hier treffen das nach Punkten zweitbeste Team der Western Conference aus Texas (112) auf das drittbeste aus Minnesota (104) aufeinander – kein Wunder, dass beide Lager nicht unbedingt glücklich mir dem Modus sind, der Platz zwei und drei der Division grundsätzlich gegeneinander antreten lässt, unabhängig des Rankings in der gesamten Conference.

Seit 2020 war kaum ein NHL-Club erfolgreicher als die Stars, die nach der Finalniederlage gegen Tampa vor sechs Jahren in den jüngsten drei Jahren jeweils bis ins Conference-Finale vordrangen. Vor allem die große Tiefe ist es, die beeindruckt. Topscorer Jason Robertson (96 Punkte) und Wyatt Johnston (86) sind längst zu echten NHL-Stars aufgestiegen, sodass sogar eine längere Verletzungspause von Superstar Mikko Rantanen problemlos aufgefangen wurde. Minnesota wiederum erhielt mit Quinn Hughes einen Superstar in der Abwehr per Blockbuster-Deal im Dezember hinzu.

Die direkten Duelle 2025/26 – beide Mannschaften gewannen je zweimal – zeigen es: Es deutet sich eine umkämpfte Serie an. Dallas ist im Vergleich zu den Wild, bei denen Nationalspieler Nico Sturm keinen Stammplatz mehr besitzt, einen Tick tiefer besetzt. X-Faktor allerdings ist die Torhüterposition, wo das Team aus St. Paul mit dem schwedischen Duo Filip Gustavsson und Jesper Wallstedt stark besetzt ist.

Vegas Golden Knights - Utah Mammoth: Erstmals in ihrer noch kurzen Historie in Salt Lake City treten die Mammoth 2026 in den Playoffs an. Nach 320 NHL-Spielen nur in der Hauptrunde sind es auch für JJ Peterka die allerersten NHL-Playoffs, nachdem der deutsche Stürmer in seiner Zeit bei den Buffalo Sabres ohne Playoff-Qualifikation geblieben war. Vor den Start plagen Coach André Tourigny indes ein paar Verletzungssorgen, ist doch der Einsatz von Barrett Hayton und Jack McBain, zweier keineswegs unwichtiger Mittelstürmer, stark fraglich. Gleiches gilt in der Defensive für Sean Durzi.

Vegas wiederum geht mit einer echten Erfolgsserie unter dem erst spät für Meistertrainer Bruce Cassidy neu angeheuerten Head Coach John Tortorella in die Playoffs. Unter dem Routinier sind die Golden Knights nach regulärer Spielzeit noch ungeschlagen, verloren von den letzten acht Spielen einzig gegen die Seattle Kraken im Penalty-Schießen. „Dies ist eine erfahrene, eingespielte Gruppe, ich musste ihnen lediglich einen gewissen Rahmen setzen", sagt der Coach zu seinem Team, in dem kein einziger Spieler unter 25 Jahren zum Stamm zählt.

Zwar hat auch Vegas in William Karlsson einen verletzten Spieler zu beklagen, aber in Sachen Kadertiefe liegt der Vorteil gleichwohl beim Stanley-Cup-Sieger von 2023. Auch wenn beide Teams nur ganze drei Punkte trennten und Utah als zweites Wild-Card-Team nur auf die Golden Knights trifft, weil diese durch ihren Schlussspurt die schwache Pacific Division gewannen: Vegas unter Tortorella ist ein anderes Teams als noch zuvor und der klare Favorit.

Edmonton Oilers - Anaheim Ducks: Zum fünften Mal in Folge treten die Oilers in Runde eins gegen eine Mannschaft aus Südkalifornien an, diesmal allerdings nach vier Duellen mit den Los Angeles Kings gegen den Nachbarn aus dem Orange County. Auch wenn sich die Oilers in der insgesamt schwachen Pacific Division letztlich als Zweiter für die Playoffs qualifizierten, liegt eine keineswegs souveräne Spielzeit hinter dem Club, der nach der zweiten Finalniederlage nacheinander mit argen leistungsmäßigen Aufs und Abs zu kämpfen hatte.

Gegner Anaheim geht mit der Euphorie der ersten Playoff-Teilnahme seit 2018 in die Endrunde. Dabei haben die Ducks zwar einige noch sehr junge, aufstrebende Talente wie Center Leo Carlsson (21), Beckett Sennecke (20) oder 41-Tore-Mann Cutter Gauthier (22) in den eigenen Reihen, sind aber für ein Team im Neuaufbau ungewöhnlich erfahren, nicht nur auf der Trainerbank mit dem einstigen Meistertrainer Joel Quenneville (Chicago). Spieler wie Chris Kreider, Radko Gudas (beide 35), Jacob Trouba (32) oder Alex Killorn (36) bringen reichlich Erfahrung auch in den Playoffs mit.

Die Oilers haben in der Serie dennoch die klare Favoritenrolle inne. Edmonton weiß aus den vergangenen beiden Jahren mit den Finaleinzügen, wie man Playoff-Spiele gewinnt. Connor McDavid befand sich in Abwesenheit Leon Draisaitls zuletzt in Hochform. Und da Draisaitl wohl früh in der Serie zurückkehren wird, sind die Oilers noch schwerer auszurechnen. Den Ducks mit ihren angehenden jungen Stars in Schlüsselrollen gehört zwar die Zukunft, doch die Oilers sind noch eine Nummer zu groß.

Joachim Meyer


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Notizen

  • vor 18 Minuten
  • Das deutsche Stürmertalent David Lewandowski hat sein AHL-Debüt gegeben. Ausgestattet mit einem Amateur-Probevertrag gelang dem 19-Jährigen für die Bakersfield Condors ein Assist zum zwischenzeitlichen 2:2. San Jose Barracuda gewann aber mit 4:3 n.V.
  • vor 17 Stunden
  • DEB-Hauptschiedsrichter André Schrader und Lukas Kohlmüller (Hauptschiedsrichter) sowie Patrick Laguzov (Linienschiedsrichter) werden bei der Weltmeisterschaft 2026 in der Schweiz im Einsatz sein. Außerdem DEL-Hauptschiedsrichter Sean MacFarlane (USA) und DEL-Linienrichter Jiri Ondracek (CZE).
  • vor 3 Tagen
  • Die Chicago Blackhawks (NHL) haben General Manager Kyle Davidson mit einem Mehrjahresvertrag ausgestattet. Er ist seit 2022 im Amt. Der Club hat seither nie die Playoffs erreicht.
  • vor 4 Tagen
  • Der DEB beschreitet mit dem Jahrgang 2011 neue Wege in der Nachwuchsarbeit. Erstmals tritt eine U15-Perspektivmannschaft in einem internationalen Turnier an. Vom 15. bis 19. April 2026 messen sich die deutschen Nachwuchsspieler in Salzburg (Österreich) mit vier weiteren Teams.
  • vor 5 Tagen
  • Santeri Haarala, zweitbester Punktesammler des Nord-Oberligisten TecArt Black Dragons Erfurt, geht in den kommenden Monaten für die Newcastle Northstars in Australien auf Torejagd. Die Saison in Down Under startet am 17. April und endet am 30. August 2026.
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