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Sonntag, 13. Juli 2025

Einspruch und Regionalliga werden geprüft Nach Lizenzentzug: Essens Boss Thomas Böttcher kritisiert ehemalige Verantwortliche

Thomas Böttcher im März bei einer Informationsveranstaltung in der Eissporthalle.
Foto: IMAGO/Funke Foto Services/Kerstin Gohl

Thomas Böttcher, Vorsitzender der Moskitos Essen, hat nach dem Lizenzentzug für seinen Verein durch den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) in einem ausführlichen Videostatement am Freitag zu einem Rundumschlag ausgeholt und dabei nicht mit Kritik an ehemaligen Verantwortlichen, Vorständen und auch Mitgliedern gespart.

„Letztendlich trifft uns für den Zeitraum 2015 bis 2020 keinerlei Schuld“, sagte er. Sein Fazit: „Mit dem Wissen von heute hätten wir im Frühjahr 2020 einfach den Verein dichtmachen müssen.“ 2020 hatte er den Club als Vorsitzender übernommen. Seither seien fast 800.000 Euro an Altlasten gestemmt worden. 

„Unsere aktuelle Situation hat ausschließlich die Lohnsteuernachzahlung zu verantworten“, sagte er nun zum Hauptgrund für die momentane Lage. 150.000 Euro mussten die Moskitos im November vergangenen Jahres kurzfristig nachzahlen. „Hätten wir die Zahlungen nicht ordnungsgemäß und fristgerecht geleistet, hätte es einen Tag später die Moskitos nicht mehr gegeben.“

Der DEB und die Anwälte hätten stets klar gemacht, dass immer der Stammverein als Lizenznehmer Priorität habe. „Dann sind wir hingegangen und haben Verträge mit Sponsoren unter Berücksichtigung von Compliance auf den e.V. umgeschrieben, damit die kompletten Summen auf den e.V. übergegangen sind, um ausschließlich den eingetragenen Verein zu retten.“ 

Dass die im Herbst 2024 gegründete Spielbetriebsgesellschaft dem DEB – wie dieser unter anderem in seiner Begründung für den Lizenzentzug schrieb – nicht bekannt gewesen sei, „ist nicht ganz korrekt“, sagte Böttcher. „Korrekt ist, dass wir sie nicht ordnungsgemäß angemeldet haben beim Deutschen Eishockey-Bund.“ Sie habe weder eine Steuer- noch eine Betriebsnummer gehabt. 

Böttcher schiebt die Verantwortung für die Altlasten auf die ehemaligen Vorstände. „Hätten in diesem Zeitraum 2015 bis 2020 die Aufsichtsräte ordnungsgemäß und satzungskonform gearbeitet, die Zahlen und Vorstände geprüft, wäre diese Situation in dieser Form nicht entstanden. Diese ganzen Altlasten haben tatsächlich die alten Aufsichtsräte und Vorstände zu verantworten. Da schiebe ich jede Schuld von mir weg. Da sind wir in keinster Weise verantwortlich.“ Zudem sagte er, auch die Mitglieder hätten in diesem Zeitraum darauf aufmerksam machen können, dass es weder Mitgliederversammlungen noch Kassenprüfungen gegeben habe – nicht nur diese Aussage, auch andere riefen bei den Fans in den Reaktionen heftige Kommentare hervor.

Wie es bei den Moskitos weitergeht, ist noch unklar, zunächst wolle man prüfen, wie erfolgreich ein Einspruch sei und wie man womöglich in der Regionalliga West antreten könnte. „Wir wären der elfte Verein, der da spielt. Wie weit es wirtschaftlich Sinn macht, in einer Regionalliga zu spielen, müssen wir prüfen.“ Drei große Sponsoren haben laut Böttcher einen Vertrag auch für die Viertklassigkeit. In der kommenden Woche wolle man weiter informieren.


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Notizen

  • vor einer Stunde
  • Tom Geischeimer von den Hammer Eisbären wurde für sechs Spiele gesperrt und erhält zudem eine Geldstrafe. Geischeimer hatte im ersten Playoff-Spiel der Eisbären gegen die Tölzer Löwen am vergangenen Sonntag seinen Gegenspieler mit einem harten Check gegen den Kopf- und Nackenbereich getroffen.
  • gestern
  • Die Grizzlys Wolfsburg haben den Vertrag mit Co-Trainer Heiko Vogler um zwei Jahre bis 2028 verlängert.
  • gestern
  • Tim Stützle hat auch im 14. Spiel in Folge gepunktet und in dieser Zeit acht Tore und elf Vorlagen erzielt. In der Nacht auf Donnerstag verlor er mit Ottawa mit 2:3 gegen Montreal. Er steuerte zwei Vorlagen bei und erreichte die Marke von 70 Punkten.
  • gestern
  • Die Verteidiger Bastian Cramer (sechs Assists bei 41 Einsätzen) und Paul Wallek (eine Vorlagen in 14 Matches) spielen auch in der kommenden Saison 2026/27 für den Süd-Oberligisten Erding Gladiators. Angreifer Björn Salhi (drei Scorer-Punkte in 34 Partien) verlässt das Liga-Schlusslicht dagegen.
  • vor 2 Tagen
  • Die Champions Hockey League hat den Rahmenterminplan der Saison 2026/27 veröffentlicht. Sie beginnt demnach am Donnerstag, den 3. September 2026 und endet mit dem Finale am Dienstag, den 23. Februar 2027. Aus Deutschland sind bereits die Kölner Haie als DEL-Hauptrundensieger qualifiziert.
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