Verteidiger Moritz Seider von den Detroit Red Wings stand am Montagnachmittag in Mailand zum ersten Mal mit seinen Teamkollegen auf dem Eis.
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Die nachgereisten Spieler aus der NHL standen am Montagnachmittag erstmals auf olympischem Eis, doch der Kapitän fehlte. Nachdem der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) kurz zuvor darüber informiert hatte, dass Leon Draisaitl die Nationalmannschaft bei den Winterspielen mit dem „C“ auf der Brust aufs Eis führen wird, ging die Eiseinheit in der Hauptspielhalle in Mailand ohne den deutschen Fahnenträger über die Bühne.
„Wir möchten, dass Leon ein bisschen zur Ruhe kommt. Er hat viel um die Ohren“, sagte Bundestrainer Harold Kreis, der mit DEB-Sportvorstand Christian Künast die beiden NHL-Profis Moritz Seider (Detroit Red Wings) und Tim Stützle (Ottawa Senators) zu den Assistenzkapitänen ernannte. Kreis sprach von einer logischen Wahl, die Entscheidungsfindung habe nicht lange gedauert: „Leon trägt viel Verantwortung in Edmonton, allein seine Persönlichkeit und seine Verdienste in der NHL sprechen für sich. Moritz war unser Kapitän bei der WM im vergangenen Jahr, und auch Tim übernimmt als Assistenzkapitän in Ottawa Verantwortung.“ Draisaitls Oilers-Teamkollege Josh Samanski freute sich über die „ideale Wahl. Ich konnte Leon in Edmonton kennenlernen. Er ist super ausgelegt für diese Rolle.“
Seider erfuhr vor dem Training in der Kabine von der Wahl. „Das ist eine große Ehre, sie ändert aber nichts an meiner Herangehensweise. Ich werde in den entscheidenden Momenten das sagen, was vielleicht auch mal nicht so gerne gehört werden will.“ Der 24-jährige Star-Verteidiger der Red Wings gab zu, dass ihm der Jetlag zwar noch in den Knochen stecke, aber: „Die Vorfreude überwiegt.“
Kreis scheint indes seine Verteidigerpaare gefunden zu haben. Münchens Fabio Wagner wurde Seider an die Seite gestellt, die Berliner Jonas Müller und Kai Wissmann bildeten ein Tandem, die Mannheimer Leon Gawanke und Lukas Kälble blieben beisammen, Moritz Müller von den Kölner Haien spielte mit Korbinian Geibel (Eisbären Berlin). Da Draisaitl fehlte, fällt eine Aussage über die Sturmreihen naturgemäß schwerer. So sahen die Formationen im Training aus: Peterka-Stützle-Stachowiak, Reichel-Michaelis-Kahun, Tiffels-Samanski-Tuomie, Ehl-Sturm-Rieder. Justin Schütz kam in verschiedenen Formationen zum Einsatz.
Um sein Team bestmöglich auf das Olympia-Auftaktspiel gegen Dänemark am Donnerstag (21.10 Uhr) vorzubereiten, bleiben Kreis nur noch zwei weitere Trainingseinheiten. „Wir freuen uns, dass wir die Tage hinter uns bringen und es am Donnerstag endlich losgeht, betonte der 67-Jährige. Dass die Eisfläche selbst im Vergleich zum NHL-Eis um etwa einen Meter kürzer ausfällt, kommentierte der Bundestrainer so: „Das macht das Spiel noch schneller und die Räume noch enger.“
Aus Mailand von den Olympischen Winterspielen berichtet Christian Rotter