Andrea Brändli entschärfte alle 40 Torschüsse der finnischen Frauen-Nationalmannschaft.
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Die Schweizer Frauen sind am Samstagabend mit einem 1:0-Erfolg über Finnland ins olympische Halbfinale von Mailand eingezogen. Schon im ersten Drittel war sofort ersichtlich, dass sich die beiden Teams absolut auf Augenhöhe begegneten. Die Schweizerinnen waren bemüht, gefährliche Torchancen zu kreieren, doch so wirklich gefährlich wurde das Team um Kapitänin Lara Stalder nur selten. Auch ein Powerplay sorgte nicht für die erhoffte Torgefahr. Finnland spielte deutlich geradliniger nach vorne und konnte sich auch das ein oder andere Mal gefährlich vor der Schweizer Schlussfrau Andrea Brändli in Szene setzen. Elisa Holopainen hatte die beste Chance, als sie sich dank ihrer Geschwindigkeit gegen alle Schweizerinnen durchsetzen und alleine vor Brändli auftauchen konnte. Sie setzte den Puck jedoch knapp am Tor vorbei. Letztlich endete das erste Drittel leistungsgerecht mit einem torlosen Remis. Das Mitteldrittel blieb ebenfalls äußerst umkämpft und die Schweiz konnte ein zweites Überzahlspiel nicht für sich nutzen. Das Team von Head Coach Colin Muller wirkte zu umständlich in den eigenen Offensivbemühungen. Auch Finnland konnte sein erstes Powerplay nicht verwerten.
In der 35. Minute war es dann die Schweizer Star-Spielerin Alina Müller, die ihr Team nach einem offensiven Bully mit 1:0 in Führung schießen konnte. Es war bereits ihr 15. Tor bei Olympia, womit sie Schweizer Rekordtorschützin bei Olympischen Winterspielen ist. Die finnische Mannschaft wirkten jedoch nicht geschockt und drückte sogleich auf den Ausgleichstreffer. Dank einer kämpferisch starken Leistung der Schweizerinnen sowie einer gut aufgelegten Torhüterin Andrea Brändli gelang dieser im zweiten Drittel – und letztlich auch im letzten Drittel aber nicht. Mit viel Glück und solidarischem Einsatz vereitelte die Schweiz in der 44. Minute eine Riesenchance der finnischen Auswahl, die allmählich an ihrer schwachen Chancenverwertung verzweifelte.
Das Team Suomi konnte seine Chancen einfach nicht in ein Tor ummünzen, entweder, weil es am eigenen Unvermögen scheiterte, oder, weil die starke Schweizer Torhüterin Andrea Brändli im Weg stand. Die 28-Jährige avancierte mit ihren Top-Paraden – auch in langen Unterzahlphasen in den Schlussminuten – letztlich zur Matchwinnerin und die Schweiz steht dank eines 1:0-Siegs im Halbfinale des Olympia-Turniers, wo sie auf Kanada trifft. Die Kanadierinnen hatten am Samstagnachmittag die DEB-Frauen mit einem 5:1-Erfolg aus dem Turnier geworfen. Im zweiten Halbfinale des Frauenturniers treffen mit den USA und Schweden die Sieger der beiden Vorrundengruppen A und B aufeinander.
Damian Möschinger