2019: Korbinian Holzer im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
Foto: City-Press
Korbinian Holzer hat am Montag sein Karriereende verkündet. Erst kürzlich hatte der Verteidiger als Kapitän der Graz 99ers die Meisterschaft in der ICE Hockey League gewonnen. Mit jeweils 4:0 stürmten die von Holzer angeführten Grazer über Villach, Fehérvár und Pustertal hinweg zum Titel. Ohne Niederlage, das schafften in der bisherigen EBEL-/ICE-HL-Historie nur die Vienna Capitals 2017 unter Erfolgscoach Serge Aubin und Red Bull Salzburg 2022 unter Matt McIlvane. „Mein Entschluss ist ja schon vor den Playoffs festgestanden. Dass es jetzt noch dazu so ausgegangen ist, habe ich mir vorher natürlich nicht erträumen lassen. Umso mehr passt der Zeitpunkt nun perfekt. Es hat sich ja nicht von heute auf morgen ergeben, sondern seit Monaten so entwickelt. Und jetzt ist es einfach an der Zeit, einen nächsten Schritt zu machen“, betonte Holzer in einer Mitteilung der 99ers.
In seiner Laufbahn absolvierte Holzer 91 A-Länderspiele für Deutschland, 2024 hatte er sich nach sieben WM- und zwei Olympia-Teilnahmen aus der DEB-Mannschaft verabschiedet. Zwischen der Saison 2010/11 und 2019/20 biss sich der gebürtige Bayer – in einer Ära mit nur wenigen Deutschen – in der NHL fest; kam für Toronto, Anaheim und Nashville zu insgesamt 211 Einsätzen (sechs Tore, 21 Vorlagen). Ab 2020 spielte der Defensivverteidiger noch für den russischen KHL-Club Avtomobilist Yekaterinburg (ein Jahr), DEL-Spitzenclub Adler Mannheim (drei Spielzeiten) und zuletzt für zwei Saisons in Graz.
In den letzten Wochen hielten sich Gerüchte über eine mögliche Deutschland-Rückkehr Holzers hartnäckig. Lange war DEL2-Club Düsseldorfer EG (Trainer Harry Lange arbeitete in Graz mit Holzer zusammen) im Gespräch, zuletzt auch Zweitliga-Konkurrent Starbulls Rosenheim. Mit der DEG hatte er „vor allem des Harrys wegen“ zwar Kontakt. „Aber es hat sich dann schnell gezeigt, dass ich lieber aufhören möchte“, sagt Holzer. Und mit den Starbulls sei er zuletzt wohl eher in Verbindung gebracht worden, weil er dort quasi daheim ist. Kontakt oder gar Gespräche habe es nie gegeben.
Auch ohne letztes Kapitel in Deutschland wirkt der von Holzer gewählte Zeitpunkt jedenfalls rund. Denn wie viel ihm sein erster Titel im Alter von 38 Jahren bedeutet, hatte der robuste Rechtsschütze direkt betont. Und seinen nächsten Schritt habe Korbinian Holzer mit der Trainerausbildung bereits in Vorbereitung.
Tim Heß