Nationalverteidiger Leon Hüttl (rechts) und der ERC Ingolstadt stehen im DEL-Viertelfinale gegen München beim Serienstand von 2:3 vor einem Do-or-die-Match in eigener Halle.
Foto: City-Press
Ziehen der EHC Red Bull München und die Eisbären Berlin in die Runde der letzten Vier ein, oder gelingt dem ERC Ingolstadt beziehungsweise den Straubing Tigers der Serienausgleich? So oder so: Im Playoff-Viertelfinale der PENNY DEL ist ab Spiel 6 am Karsamstag jedes Match ein (potenzielles) Entscheidungsspiel. Umso genüsslicher angesichts dieser Drucksituation dürften die Kölner Haie sowie die Adler Mannheim auf der Couch auf ihre nächsten Gegner warten.
Die Eisbären Berlin hätten es den Adlern gleichtun und ebenfalls in Spiel 5 das Weiterkommen klarmachen können, gaben das Spiel und ihre zunächst verdiente 1:0-Führung in Straubing jedoch aus der Hand und unterlagen den Tigers mit 1:2 nach Verlängerung. „Wir haben am Donnerstag zu viele Zweikämpfe verloren und die Scheiben zu leicht hergegeben. Am Samstag müssen wir wieder mehr zusammenspielen, hart auftreten und die Zweikämpfe gewinnen“, fordert Nationalverteidiger Jonas Müller dementsprechend vor der Rückkehr in die heimische Arena (16.30 Uhr; live bei MagentaSport), während die Tigers mit ihrem Comeback – nach verunsichertem und seltsam leblosen Start in Spiel 5 – neues Selbstvertrauen getankt haben. An Straubinger Chancen mangelte es ab dem zweiten Drittel jedenfalls nicht mehr, weiterhin allerdings an der Effizienz. Doch nicht nur Siegtorschütze Elis Hede hofft auf den vielzitierten „Ketchup-Flaschen-Effekt“.
Diesen braucht es in der Serie zwischen München und Ingolstadt, in der in allen fünf bisherigen Partien mindestens sieben Tore fielen, auf beiden Seiten weniger. Ganz sicher braucht es für die Schanzer indes einen Heimerfolg in Spiel 6 (14 Uhr; live bei MagentaSport und im Free-TV bei DF1), wenn das Saisonaus abgewendet werden soll. „Wir sind heimstark und wollen denen zeigen, dass es unser Zuhause ist“, gab sich Ingolstadts Defender Leon Hüttl nach der 3:6-Auswärtsniederlage im fünften Duell bei MagentaSport kämpferisch, während Münchens Tor-Debütant Alberts Smits einen „super Job“ seines Teams gesehen: „Wir haben die Zweikämpfe angenommen, einfach gespielt und unseren Spielplan konsequent umgesetzt.“
Der 18-jährige Lette und seine Abwehrkollegen um den umgeschulten Maximilian Kastner sind nach der langen Sperre gegen Fabio Wagner umso mehr gefordert. Der Wirbel um Skandalspiel 4 und den brutalen Check des Nationalspielers gegen Edwin Tropmann war auch rund um den fünften Vergleich noch nicht verflogen, auch wenn es auf dem Eis diesmal – bis auf einen grenzwertigen Check von Ingolstadts Morgan Ellis gegen Patrick Hager in der Schlussphase – deutlich ruhiger geblieben war. Am Rande von Spiel 5 fand Tim Regan gleichwohl klare Worte Richtung München: „Das Zeichen, das wir im Überzahlspiel gesetzt haben, war, dass wir unsere nominell vierte Reihe auf das Eis geschickt haben. Im Eishockey ist das ein Zeichen an den Gegner, dass das Spiel gelaufen ist und wir das Ergebnis nicht hochschrauben wollen. Der Trainer von München hat es entweder nicht kapiert oder wollte es nicht kapieren“, blickte der ERC-Sportdirektor auf die Abläufe rund um Wagners Foul zurück. Dass es im oberbayerischen Derby auch im sechsten Aufeinandertreffen trotz der Abkühlung in Spiel 5 jederzeit böses Blut geben kann, liegt also auf der Hand.
Stefan Wasmer
Samstag, 4. April
| 14.00 | Ingolstadt | – | München | 2.35 | | | 4.00 | | | 2.50 | ||||
| 16.30 | Berlin | – | Straubing | 1.80 | | | 4.10 | | | 3.60 |
(Stand: 03.04.2026, 20.55 Uhr)