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Freitag, 13. Mai 2022

Deutscher WM-Auftakt in Helsinki Gute Ansätze, aber noch zu viele Fehler: DEB-Auswahl unterliegt Titelverteidiger Kanada mit 3:5

Auch NHL-Schlussmann Philipp Grubauer konnte trotz einiger starker Paraden die 3:5-Auftaktniederlage gegen Kanada nicht verhindern.
Foto: IMAGO / Lehtikuva

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat ihr WM-Auftaktspiel am Freitagabend in Helsinki gegen Titelverteidiger Kanada mit 3:5 verloren. Zwei Unterzahl-Gegentore im zweiten Abschnitt leiteten den Erfolg der Ahornblätter in einer bis dahin zumindest vom Ergebnis her engen Partie ein. Alles in allem hatte sich die DEB-Auswahl gegen läuferisch starke und zielstrebige Kanadier durch individuelle Fehler um die Möglichkeit auf ein besseres Ergebnis gebracht. Schon am Samstagabend (Spielbeginn ebenfalls um 19:20 Uhr) trifft die deutsche Mannschaft im zweiten Turnierspiel auf die Slowakei, die ihr Auftaktmatch am Freitag mit 4:2 gegen Frankreich gewann. Das Duell mit den Slowaken gewinnt dadurch für den weiteren Turnierverlauf schon richtungsweisenden Charakter.

Mit zwei Goalies, sieben Verteidigern und zwölf Stürmern ging Bundestrainer Söderholm ins Auftaktmatch. Nicht aufgestellt im ersten Turnierspiel waren auf Seiten der DEB-Auswahl Goalie Dustin Strahlmeier, Verteidiger Mario Zimmermann und die Stürmer Taro Jentzsch sowie Alexander Karachun. Gegen von Beginn an hellwache Kanadier tat sich die deutsche Auswahl in den ersten 20 Minuten vor allem im Spiel nach vorne recht schwer. Die beste Möglichkeit auf einen Treffer hatte Marc Michaelis nach Zuspiel von Marcel Noebels. Auf der anderen Seite stand Grubauer gleich mehrfach im Mittelpunkt des Geschehens. Machtlos war der deutsche NHL-Schlussmann jedoch sowohl beim 0:1 durch Cole Sillinger (Columbus Blue Jackets) als auch beim 0:2 durch Pierre-Luc Dubois (Winnipeg Jets). Beiden Treffern der Ahornblätter war jeweils ein Fehler der deutschen Mannschaft in der eigenen Zone bzw. an der eigenen blauen Linie vorausgegangen.

Das Spiel im Stenogramm: (1 Einträge)

 


Deutlich verbessert startete das deutsche Team ins zweite Drittel. Näher am Mann in der defensiven Zone und mit mehr Geradlinigkeit im Spiel nach vorne ließ sich die Partie gleich offener gestalten. Der Lohn war der 1:2-Anschlusstreffer nach einem schönen Konter. Vegas-Goalie Logan Thompson konnte einen Schuss von Moritz Seider nur abprallen lassen, Michaelis war zur Stelle und vollstreckte eiskalt zum ersten deutschen Turniertreffer. Doch statt auf den Ausgleich drängen zu können, brachte sich die DEB-Auswahl mit zwei Strafen schnell wieder aus dem Tritt. Beide Powerplays wurden von den Kanadiern nämlich eiskalt ausgenutzt – und so stand es nach knapp 34 Spielminuten 1:4 aus deutscher Sicht. Besonders die zweite Strafzeit von Tim Stützle, der zuvor mehrfach erwartet hart angegangen worden war, war unnötig. Der NHL-Youngster hatte seine Nerven nicht im Griff und ließ sich zu einem hohen Stock hinreißen, bei dem die Schiedsrichter sogar auf eine große Strafe prüften. Die gab es nicht, der vorentscheidende vierte Gegentreffer fiel dennoch. Und wenig später erhöhte Kanada nach schöner Vorarbeit von Maxime Comtois (Anaheim) durch Noah Gregor auf 5:1.

Der Start in den Schlussabschnitt wurde der deutschen Mannschaft dann durch zwei Strafzeiten der Ahornblätter erleichtert. In doppelter Überzahl gelang Matthias Plachta das 2:5. Und als die Kanadier erneut zwei Spieler gleichzeitig in die Kühlbox schickten, waren die deutschen NHL-Akteure abermals zur Stelle: Moritz Seider nutzte auch das zweite doppelte Überzahlspiel der deutschen Auswahl mit dem 3:5-Anschlusstreffer aus. Der junge NHL-Verteidiger der Detroit Red Wings war damit mit einem eigenen Treffer und zwei Vorlagen an allen drei deutschen Toren beteiligt. Mehr gelang der stets bemühten deutschen Mannschaft aber nicht mehr, trotz der Anfeuerungsrufe der zahlreichen deutschen Fans unter den 4.632 Zuschauern in Helsinki, die den ersten WM-Auftritt der DEB-Auswahl zu einem Heimspiel machten. Die solide verteidigenden Kanadier brachten ihren Vorsprung über die Zeit.

"Wir werden das kritisch analysieren, aber zum Schluss war viel Positives dabei. Wir werden morgen gegen die Slowakei besser aus den Startlöchern kommen. Wenn wir an einigen Stellschrauben drehen, sind wir auf einem guten Weg", analysierte mit Moritz Seider, der sich auch nach dem Spiel noch über eine weitere vergebene Großchance ärgerte, der mit drei Scorer-Punkten, und auch sonst auffälligste deutsche Akteur der Auftaktpartie die knappe Niederlage gegen die Kanadier.

Eishockey-WM 2022: Kader und Spieltermine der deutschen Mannschaft.

Sebastian Groß


Kurznachrichtenticker

  • vor 3 Stunden
  • Co-Trainer Marc Vorderbrüggen wird Ravensburg nach vierjähriger Tätigkeit für ein längerfristiges Angebot eines anderen Clubs aus der DEL2 verlassen. Die Towerstars-Clubführung und der Aufsichtsrat entsprachen der Bitte des 29-Jährigen nach einer Vertragsauflösung.
  • vor 4 Stunden
  • Nach dem Turnier im August in Dänemark werden die beiden darauf folgenden Eishockey-Weltmeisterschaften der Frauen in Kanada (2023) und den USA (2024) ausgetragen, voraussichtlich jeweils wieder im Frühling.
  • vor 5 Stunden
  • Frederick Otto ist neuer 1. Vorsitzender des Herforder EV (Oberliga Nord) und tritt damit die Nachfolge von Tobias Schumacher an, der von diesem Posten zurücktrat, um in das Amt des 1. Kassierers gewählt werden zu können. Neu im Vorstandsteam sind zudem Sven Johannhardt und Sabine Richter.
  • vor 5 Stunden
  • Zum ersten Mal nehmen die Nürnberg Ice Tigers (PENNY DEL) in diesem Jahr am Vinschgau Cup im IceForum Latsch in Südtirol teil. Auf Einladung des ERC Ingolstadt wird das Team von Tom Rowe am 27. und 28. August die beiden Turnierspiele bestreiten. Die weiteren Cup-Teilnehmer werden noch vermeldet.
  • vor 5 Stunden
  • Die IIHF-Weltmeisterschaft 2023 Division IA wird vom 29. April bis 5. Mai in Nottingham (Großbritannien) ausgetragen. Die in Finnland abgestiegenen Briten um Trainer Peter Russell werden somit der IA-WM-Gastgeber. Die Division IB wird in Estland (Tallinn) ausgetragen.
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