Blick hinter die Kulissen: Vor der Einheit am Mittwochnachmittag wurde noch das Teamfoto der DEB-Auswahl geschossen.
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Es ist angerichtet in Mailand für den Turnierstart der DEB-Männer bei den Olympischen Spielen 2026. „Alle sind fit, alle sind gesund und voller Freude auf das Spiel“, sagte Bundestrainer Harry Kreis am Tag vor dem Match der deutschen Mannschaft gegen Dänemark (Donnerstag, 21:10 Uhr, live im ZDF und bei Eurosport). Am Mittwoch konnte die DEB-Auswahl, nachdem das offizielle Mannschaftsfoto im Kasten war, schon einmal die Bedingungen in der kleineren Milano Rho Ice Hockey Arena testen, in der sie ihr erstes Spiel in der Gruppe C bestreiten wird. „Die Anreise war noch ein bisschen weiter als zur großen Arena, aber das passt schon alles. Wir haben ein gutes Abschlusstraining gehabt“, resümierte Verteidiger Fabio Wagner (EHC Red Bull München), der im ersten Defensivduo von Kreis an der Seite von NHL-Star Moritz Seider aufgestellt wird.
Apropos Aufstellung, die existiert natürlich schon, wird aber nicht im Detail verraten. Dazu der Bundestrainer: „Ja, die gibt es, im Kopf und auch auf dem Papier. Mehr werde ich jetzt nicht sagen.“ Kreis bestätigte dennoch, dass die Aufstellung „meistens“ den Reihen aus dem Training gleicht – was wiederum heißen würde: Ausnahmespieler und Teamkapitän Leon Draisaitl stürmt zusammen mit dem ehemaligen Straubinger Josh Samanski (ebenfalls Edmonton) und Freddy Tiffels von den Eisbären Berlin. In Überzahl führte Draisaitl die erste Einheit um Tim Stützle, JJ Peterka, Samanski und Moritz Seider an: Viel Firepower auf allen Positionen. Doch auch das zweite deutsche Powerplay machte im Abschlusstraining am Mittwoch in Person von Leon Gawanke, Kai Wissmann, Lukas Reichel, Dominik Kahun und Tobias Rieder eine gute Figur. Darüber hinaus blieben die Formationen im Vergleich zu den vorhergehenden Trainingseinheiten recht unverändert. Der Fokus lag am letzten Trainingstag vor dem deutschen Turnierauftakt auf der Geschwindigkeit, so Kreis: „Wir wollten nicht so viele Zweikämpfe sehen, sondern mehr Tempo, damit die Beine richtig spritzig werden.“
Vor der Auftaktaufgabe Dänemark hat man im deutschen Lager durchaus Respekt. Allen ist noch in bester Erinnerung, dass man bei der WM 2025 in Herning an den Dänen im „Endspiel“ der Gruppenphase scheiterte und deshalb zum ersten Mal seit 2018 das Viertelfinale verpasste. „Die haben da sehr, sehr gutes Eishockey gespielt und sind weit gekommen“, schaute Bundestrainer Kreis am Mittwoch zurück. Mit Blick auf den dänischen Angriff um die NHL-Stürmer Lars Eller, Oliver Bjorkstrand und natürlich Nikolaj Ehlers sagte der deutsche Coach: „Das heißt für mich, dass sie offensiv sehr stark sind. Wir müssen schauen, dass wir wenige bis gar keine Konter zulassen. Und, dass sie sich mehr um die Defensive kümmern müssen. Das ist eine gute Nation und es wird ein rassiges Spiel.“
Verteidiger Wagner ging sogar noch einen Schritt weiter: „Das ist auch ein bisschen ein Derby gegen Dänemark. Es sind ja auch unsere Nachbarn und es sind einige Spieler aus der DEL dabei, also bekannte Gesichter.“ Sechs aktuelle DEL-Profis stehen im Kader der Dänen: Die Verteidiger Phillip Bruggisser, Nicholas B. Jensen (beide Bremerhaven) und Matias Lassen (Iserlohn) sowie die Stürmer Patrick Russell, Frederik Storm (beide Köln) und Christian Wejse (Bremerhaven). Während die DEB-Cracks viele ihrer Gegenspieler in der Auftaktpartie also bestens kennen, befand man sich am Mittwoch zum allerersten Mal auf dem Messegelände von Milano Fiera und in der Milano Rho Ice Hockey Arena. Für den Bundestrainer durchaus eine gute Sache, die Lokalitäten nicht erst am Spieltag erkunden zu müssen: „Es ist schon wichtig, dass man ein Gefühl dafür bekommt, auch für die Kabine. Und, dass man die Kabine bezieht, dass man bereits seinen Platz für sich hat.“ Man hat sich also schon eingerichtet – für Spiel eins von möglichst vielen bei den Spielen in Mailand.
Aus Mailand von den Olympischen Spielen berichtet Sebastian Groß