In der Oberliga Süd kämpft der EC Peiting derzeit um die direkte Playoff-Teilnahme. Die Verantwortlichen hoffen auf mehr Zuschauer, um mehr Einnahmen für den kleinsten Standort der Liga zu generieren.
Foto: Holger Wieland
„Keine Angst, wir starten keine Sammelaktion und sind weiterhin ein gesund aufgestellter Verein“ – was stark wie ein kleiner Seitenhieb auf einen anderen, zurzeit in den Medien sehr präsenten Süd-Oberligisten anmutet, ist den Verantwortlichen des EC Peiting wichtig zu betonen. Diese haben am Donnerstag eine Nachricht an ihre Fans veröffentlicht, in der sie auf die Schwierigkeiten des Daseins als kleinster Oberliga-Standort aufmerksam machen.
„Leider mussten wir in den letzten Wochen tendenziell einen Rückgang der Zuschauerzahlen und damit einhergehende Mindereinnahmen verzeichnen. Dies hat uns dazu bewogen, uns heute direkt an Euch zu wenden“, beginnt das Statement des aktuell Siebten der Oberliga Süd. Knapp 500 Zuschauer pro Spiel seien in den vergangenen Wochen zu den Heimspielen erschienen – auf Dauer zu wenig für den Verein, der momentan um die direkte Playoff-Teilnahme kämpft und trotz der Größe des Standorts seit Jahren vor allem durch gute Nachwuchsarbeit glänzt. Gut 200 Kinder sind aktuell in den Nachwuchsteams des ECP aktiv.
Gerade die Betreuung des Nachwuchses erzeugt dabei hohe Kosten, die in den Gesamtetat des EC Peiting mit einlaufen. Als einer der wenigen noch verbliebenen Standorte in den deutschen Profiligen ist hier die 1. Mannschaft noch nicht in eine GmbH ausgegliedert worden. Deshalb ist die Nachricht an die Fans hauptsächlich ein Aufruf, die kommenden Heimspiele möglichst zahlreich zu besuchen und so wichtige Einnahmen für den Verein zu generieren.
Das die Oberliga für viele Clubs, vor allem an den kleineren Standorten, eine finanzielle Herausforderung ist, ist kein Geheimnis. Vor einigen Wochen hatte bereits der Höchstadter EC eine gofundme-Kampagne gestartet, um zusätzlich entstandene Kosten durch die Eishallensanierung leichter stemmen zu können. In Füssen wird seit Jahren versucht, möglichst viel einzusparen und vermehrt auf die eigene Nachwuchsarbeit zu setzen, um finanzielle Altslasten abzubauen. Aber auch größere Standorte kann die Oberliga in die Knie zwingen, wenn nicht mit Umsicht gehandelt wird, wie die Insolvenzen in Bayreuth, Essen oder vergangene Woche Heilbronn bereits gezeigt haben. Die Oberliga ist und bleibt im aktuellen Zustand eine finanzielle Gratwanderung.
Das komplette Statement des EC Peiting finden Sie hier.
Michael Wutz