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Montag, 4. Mai 2020

Zoom-Call mit NHL-Spielern für Medienvertreter Draisaitl, Grubauer, Kahun und Rieder über ihren Alltag, ihr Fitnesslevel und Hunde als Gegenspieler

Dominik Kahun, Tobias Rieder, Philipp Grubauer und Leon Draisaitl (von links oben nach rechts unten) präsentierten sich im Zoom-Call mit Medienvertretern locker, gut gelaunt und zuversichtlich.

Die NHL lud Medienvertreter am Montagnachmittag zum Zoom-Call mit Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Philipp Grubauer (Colorado Avalanche), Dominik Kahun (Buffalo Sabres) und Tobias Rieder (Calgary Flames). Während Draisaitl in Edmonton und Grubauer in Denver geblieben sind, befinden sich Kahun („Ich bin zurzeit in München, aber die meiste Zeit bei meinen Eltern in Regensburg“) sowie Rieder („Ich bin vor eineinhalb Wochen nach Landshut gekommen“) derzeit zurück in Deutschland.

Sich in Zeiten der Corona-Pandemie fitzuhalten, ist auch für NHL-Profis nicht einfach. Im Falle von Colorados Goalie Grubauer, dessen Unterkörperverletzung aus dem Duell in der Stadium Series (1:3 am 15. Februar gegen die Los Angeles Kings) mittlerweile wieder komplett ausgeheilt ist, bedeutet das: Viele Touren auf dem eigens gekauften Rennrad („Fahre bis zu 100 Kilometer am Tag“) sowie Krafttraining mit den Gewichten, die er kurz vor Schließung der Arenen noch aus der Halle mitgenommen und in der Garage montiert hatte. Die Hand-Auge-Koordination sei bei ihm derzeit auf Null, wie der Rosenheimer offen zugab.

„Es läuft oft täglich auf dasselbe raus. Ich gehe viel laufen, fahre viel mit dem Fahrrad. Mit der Zeit wird es aber ein bisschen langweilig“, so Flames-Angreifer Rieder in dem knapp 45-minütigen virtuellen Treffen, in dessen Rahmen vorab eingeschickte Fragen, die kontroversere Themen angeschnitten hätten, nicht gestellt wurden. „Langsam kommt es einem so vor wie im Sommer, mit der Vorfreude auf die neue Saison. Es wird ungewohnt sein, wenn wir nur ein paar Spiele haben und dann sofort in die Playoffs starten“, sagte Rieder mit Blick auf den Plan der NHL, die die Saison nach wie vor zu Ende spielen lassen will (mehr dazu in der aktuellen Ausgabe).

Um bei der Stocktechnik wenigstens ein bisschen am Puck zu bleiben, nimmt NHL-Top-Scorer Draisaitl („Hohes Level ist das zurzeit nicht“) seinen kleinen Hund als Gegenspieler und meinte lachend: „Er ist einer der besten Verteidiger, gegen die ich jemals gespielt habe.“ Seine Kontrahenten in der besten Liga der Welt hatte der 24-Jährige bis zur temporären Aussetzung des Spielbetriebs am 12. März angesichts von 43 Treffern und 67 Vorlagen in 71 Partien reihenweise dominiert.

Und auch wenn die erstmalige Vergabe der Hart Memorial Trophy (Hauptrunden-MVP) und der Art Ross Trophy (Hauptrunden-Top-Scorer) an einen Deutschen ihm „natürlich viel bedeuten“ würde, so lenkt Draisaitl wie gewohnt den Fokus auf den Teamerfolg: „Es kommt trotzdem mehr darauf an, Spiele zu gewinnen und die Playoffs zu erreichen. Wir hatten nicht viel Erfolg die letzten Jahre“, so der gebürtige Kölner treffend angesichts von nur einer einzigen Playoff-Teilnahme der Oilers seit 2006.

Bei welchem NHL-Kellerkind dieser Tage der für den kommenden Draft sehr hoch gehandelte Tim Stützle landen wird, steht im Moment freilich noch nicht fest. Durch seine hohe Einstufung (Stützle könnte Draisaitl – 2014 an dritter Stelle gezogen – unter Umständen gar als am frühesten jemals gedrafteter Deutscher ablösen) wurde auch eine vorab eingeschickte Frage in diese Richtung gestellt. Persönlichen Kontakt habe es noch nicht mit Stützle gegeben, so Draisaitl, der ohnehin überzeugt ist: „Er ist sicher von Menschen umgeben, die ihn da sehr gut vorbereiten. Er braucht meine Unterstützung nicht.“ Er solle es einfach genießen, auch wenn der Draft wahrscheinlich über die Kamera laufen werde (mehr zur angedachten Durchführung des Drafts in der aktuellen Ausgabe).

Mit Blick auf die für die für hinteren Picks in der ersten oder spätestens in der zweiten Runde eingestuften JJ Peterka (München) und Lukas Reichel (Berlin) meinte Ex-Münchner Kahun: „Es ist sehr, sehr wichtig, dass Talente nachkommen.“ Grubauer bezeichnete die Nachwuchsarbeit auf DEB-Ebene als Schlüssel: „Alle, die angepackt haben, haben das gut gemacht.“ Allgemein hätten sich deutsche Spieler besser in Nordamerika etabliert. „Da sind mehrere Leute involviert. Marco Sturm als Bundestrainer hat beispielsweise geholfen. Es ist schön, immer mehr deutsche Spieler zu sehen, die den Sprung nach Nordamerika wagen“, äußerte sich etwa Rieder.

Einer derjenigen, die den Schritt in die NHL vollzogen haben, ist Marc Michaelis. Der Angreifer hatte am 19. März einen Einjahresvertrag bei den Vancouver Canucks unterzeichnet. Seine beiden ehemaligen Teamkollegen aus Zeiten bei den Jungadlern aus Mannheim, Draisaitl und Kahun, freuen sich für ihn. „Man hat schon damals gesehen, dass er zu den Besten gehört hat. In Nordamerika hat er sich Jahr für Jahr gesteigert. Am meisten habe ich das bei der WM gemerkt, wenn man ihn ein Jahr lang nicht gesehen hat. Er hat es sich absolut verdient und ich kann mir vorstellen, dass er es packt“, so Kahun.

Wann sich die vier NHL-Cracks, die allesamt die Wichtigkeit ihrer Eltern in jungen Jahren auf dem Weg zum Eishockey-Profi betonten (Draisaitl: „Ohne unsere Eltern wären wir alle nicht da, wo wir jetzt sind“), wieder auf dem Eis duellieren können, ist derzeit noch nicht klar. Unter welchen Gegebenheiten, ebenso. Für Grubauer jedenfalls steht fest: „Man sieht, wie wichtig Fans sind. Ohne sie ist es gar nichts. Playoffs ohne sie wären katastrophal.“ Doch die Gesundheit, und da waren sich am Ende der Runde alle einig, sei in diesen Zeiten nun mal das Allerwichtigste.

Michael Bayer


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Notizen

  • vor 15 Stunden
  • Die Chicago Blackhawks (NHL) haben General Manager Kyle Davidson mit einem Mehrjahresvertrag ausgestattet. Er ist seit 2022 im Amt. Der Club hat seither nie die Playoffs erreicht.
  • vor 2 Tagen
  • Der DEB beschreitet mit dem Jahrgang 2011 neue Wege in der Nachwuchsarbeit. Erstmals tritt eine U15-Perspektivmannschaft in einem internationalen Turnier an. Vom 15. bis 19. April 2026 messen sich die deutschen Nachwuchsspieler in Salzburg (Österreich) mit vier weiteren Teams.
  • vor 3 Tagen
  • Santeri Haarala, zweitbester Punktesammler des Nord-Oberligisten TecArt Black Dragons Erfurt, geht in den kommenden Monaten für die Newcastle Northstars in Australien auf Torejagd. Die Saison in Down Under startet am 17. April und endet am 30. August 2026.
  • vor 4 Tagen
  • Der EC Peiting kann weiter auf einen seiner wichtigsten Angreifer zählen: Thomas Heger verlängert seinen Vertrag beim Süd-Oberligisten für die kommende Spielzeit. Der 28-Jährige sammelte für Peiting 2025/26 in 55 Einsätzen 55 Punkte und erzielte insgesamt 29 Tore.
  • vor 5 Tagen
  • Der langjährige DEL-Verteidiger Dylan Yeo beendet seine Karriere. Sein letzter Club, die Dragons de Rouen (Frankreich), gaben dies in Folge ihres Halbfinal-Aus bekannt. Der 39-jährige Yeo hatte für die Straubing Tigers, die Iserlohn Roosters und die Schwenninger Wild Wings gespielt.
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