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Donnerstag, 9. Juli 2020

52 Spieltage mit leicht gekürzten Playoffs Alle DEL-Clubs erhalten Lizenz, Saisonstart nun offiziell verschoben, Ortega akzeptiert Gehaltsverzicht nicht und muss Berlin verlassen

Foto: imago images/Hentschel (Archiv)

Alle 14 Clubs haben die Lizenz für die neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga erhalten. Das gab die am Dienstag in PENNY DEL umbenannte Liga am frühen Donnerstagnachmittag bekannt. Außerdem wurde die Verschiebung des Saisonstarts (Eishockey NEWS berichtete) nun offiziell bestätigt. Start ist nicht vor November. Ursprünglich geplanter Saisonstart war der 18. September.

Ziel sei es, dann im November wieder vor Zuschauern spielen zu können, sagt Geschäftsführer Gernot Tripcke: Ein „Leitfaden für die Wiederzulassung von Zuschauern liegt dem Bundesministerium für Gesundheit vor und wir setzen große Hoffnungen darauf, dass es positiv gewertet wird.“ Danach sei es dann aber Aufgabe der Clubs und Arenen, lokale Lösungen zu finden.

Die DEL plant weiterhin mit 52 Hauptrundenspielen sowie einem leicht angepassten Playoff-Modus („best of three“ in der 1. Playoff-Runde, „best of five“ ab dem Viertelfinale statt „best of seven“). Einen Spielplan gibt es aber erst, sobald das Datum für den Saisonstart feststeht. Der Deutschland Cup, der von 5. bis 8. November in Krefeld geplant ist, und mit dem es nun zu Überschneidungen kommen könnte, „ist im Terminkalender eine feste Größe und wird in diesem Zusammenhang selbstverständlich berücksichtigt“, wird Aufsichtsrat und DEB-Vizepräsident Daniel Hopp zitiert.

Um die Lizenz zu erhalten, hatten zuletzt immer mehr Clubs der 75/25-Gehaltskürzungsregel zugestimmt, nach Informationen von Eishockey NEWS auch Straubing, Nürnberg, Ingolstadt und Schwenningen, was aber von diesen nicht offiziell bestätigt wurde. Iserlohn tat dies nun nach Lizenzerteilung auch offiziell. Andere Clubs wie Bremerhaven (pauschale Lösung) oder Düsseldorf (individuelle Lösung) hatten dies schon vorher bekannt gegeben. Durch die Erteilung der Lizenz muss die Zustimmung aber von allen Clubs nun vorliegen. Allerdings weigern sich weiterhin einzelne Spieler, den 25-prozentigen Gehaltsverzicht zu unterschreiben. Berlin machte nun am Donnerstag einen dieser Fälle öffentlich und verkündete, dass Austin Ortega deshalb den Club verlassen werde. Ortega hat(te) eigentlich noch einen bestehenden Vertrag für die neue Spielzeit.

Ein größeres Problem war nach Informationen unserer Zeitung allerdings bei einem Club aufgetreten, der individuelle Vereinbarungen mit seinen Spielern getroffen hatte. Dieses Konstrukt wurde offenbar zunächst nicht anerkannt. Nachträglich sollten auch hier die pauschalen Vereinbarungen unterschrieben werden. „Die diesjährige Prüfung war in Zeiten von Corona so anspruchsvoll wie nie zuvor“, wird Jürgen Arnold, Vorsitzender des Aufsichtsrates, in der Pressemitteilung der Liga zitiert.  

Offiziell dürfen bis Mitte nächster Woche auch keine Transfers getätigt werden. Der schon seit Wochen geltende Transferstopp wurde nun auch ganz offiziell bis 15. Juli verlängert. Ausnahmen gibt es nur, wenn der aktuelle Club dem vorab ausdrücklich zustimmt. Verträge dürfen allerdings verlängert werden.

Offenbar halten sich aber nicht alle Clubs daran. Denn für Irritationen hatte beispielsweise gesorgt, dass Krefelds Sportdirektor Roger Nicholas jüngst in einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung bekannt gegeben hatte, schon mit Spielern einig zu sein. Nürnbergs Sportdirektor Andre Dietzsch hatte im Eishockey-NEWS-Interview (aktuelle Ausgabe) gesagt: „Falls wir aber wirklich Interesse an einem Spieler haben, werden wir auch aktiv – bis zum 15. aber nicht, denn wir als Nürnberg Ice Tigers halten uns an die Absprachen.“

Michael Bauer/Torsten Weiß/Wolfgang Karl


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Notizen

  • vor 2 Stunden
  • Die Lausitzer Füchse, die im DEL2-Viertelfinale gegen Kassel beim Stand von 1:3 eine Niederlage vom Aus entfernt sind, können in den laufenden Playoffs nicht mehr auf Alexis D'Aoust (29) zurückgreifen. Der kanadische Stürmer zog sich in Spiel 4 bei einem Bandencheck eine Oberkörperverletzung zu.
  • gestern
  • Im einzigen NHL-Spiel am Montag gewannen die Ottawa Senators mit 2:1 bei den New York Rangers. Rangers-Stürmer Mika Zibanejad (32) absolvierte dabei sein 1.000. Hauptrundenspiel.
  • vor 2 Tagen
  • Die NHL kommt im Rahmen ihrer Global Series im Dezember nach Deutschland. Schon Mitte November macht sie in Veikkaus Arena in Helsinki (Finnland) Halt. Am 12. und am 14. November messen sich dort die Carolina Hurricanes und die Seattle Kraken um Torhüter Philipp Grubauer in regulären Saisonspielen.
  • vor 2 Tagen
  • Die Tölzer Löwen (Oberliga Süd) haben die Zusammenarbeit mit ihrem Geschäftsführer Fabian Schlager bis einschließlich der Saison 2029/30 verlängert.
  • vor 2 Tagen
  • Stürmer Spencer Machacek hat sich einer Operation unterzogen. Der Leitwolf der Grizzlys Wolfsburg hatte sich im zweiten Spiel der Erstrunden-Playoff-Serie gegen die Schwenninger Wild Wings am Unterkörper verletzt.
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