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Freitag, 8. Oktober 2021

Verband geht gegen "Spiegel" und einen LEV-Präsidenten vor DEB wehrt sich erneut gegen Vorwürfe gegen Reindl und hat Wirtschaftskanzlei mit Aufklärung beauftragt

Fraz Reindl

Foto: City-Press (Archiv)

Das Präsidium des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) weist die Vorwürfe gegen Franz Reindl erneut öffentlich zurück und hat nun eine Kanzlei für Wirtschaftsstrafrecht „mit der unabhängigen und vollumfänglichen Aufklärung der Sachverhalte“ beauftragt. Das teilte der DEB am späten Donnerstagabend in einer Pressemitteilung mit.

„Der DEB verwehrt sich gegen Falschbehauptungen und Vorverurteilungen und wird sämtliche rechtlichen Maßnahmen ergreifen, um den DEB, seine Funktionsträger und Mitarbeiter zu schützen“, heißt es in der schriftlichen Erklärung.

Reindl war bei der Wahl zum IIHF-Präsidenten am 25. September gegen Luc Tardif unterlegen. Einen Tag vorher hatte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel erneut über Reindls Verbandsführung berichtet. Bereits im Juni hatte es einen ersten Bericht gegeben. Darin ging es unter anderem um das Gehalt, das Reindl als Geschäftsführer einer DEB-Tochterfirma kassiert hatte. Reindl war 2014 Präsident geworden und hatte als Geschäftsführer der Organisations-GmbH für die Heim-WM 2017 ein Gehalt bezogen. Die GmbH mit Reindl als Geschäftsführer bestand auch nach der WM weiter. Dies wurde vom Verband stets damit begründet, dass auch im Nachgang zur Abwicklung der WM weitere Arbeiten angestanden hätten.

Der DEB teilte auch mit, dass die Ethikkommission des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB) nicht zuständig gewesen sei. Diese hatte dies selbst bereits mitgeteilt. Der Spiegel hatte aus dessen mehr als 40 Seiten umfassenden Bericht zitiert und von einem „Anfangsverdacht“ berichtet.
 
Der Verband gehe nun medienrechtlich gegen den Spiegel vor, heißt es. Er sei aus DEB-Sicht rechtswidrig. „Er enthält unter anderem die Falschbehauptung, dass in dem Bericht von einem Anfangsverdacht für Vorwürfe gegen Herrn Reindl die Rede sei. Tatsächlich steht in dem Bericht an keiner Stelle, dass es einen Anfangsverdacht für Vorwürfe gegen Herrn Reindl gibt. Die dem Ombudsmann des DOSB zugeschriebenen Zitate stehen in dem Bericht nicht.“

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte am Montag aus einer E-Mail des Chefs der DOSB-Ethikkommission, Thomas de Maizière, an den DEB und seine Landesverbände zitiert. Darin rät der frühere Bundesinnenminister "dringend" dazu, den Sachverhalt "im DEB umfassend und unabhängig zu prüfen. Es muss geklärt werden, ob eine verdeckte Finanzierung der ehrenamtlichen Funktion des Präsidenten vorliegt", hatte de Maizière geschrieben. "Das wäre nicht in Ordnung."

Zudem hat nach Angaben des DEB der Weltverband IIHF ein Verfahren gegen Wolff-Dietrich Prager, 1. Vorsitzender des Landeseissportverbandes Schleswig-Holstein eröffnet. Der Vorwurf: Manipulation der IIHF-Wahlen. Prager habe die Konkurrenten Reindls vor der Wahl zum IIHF-Präsidenten per E-Mail kontaktiert, Reindl diskreditiert, und den Artikel des Spiegels weitergeleitet. Auch der DEB bereite rechtliche Schritte gegen Herrn Prager vor, heißt es.

 


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Notizen

  • vor 3 Stunden
  • Torhüter Sebastian Scherer, 20, hat sich mit den Selber Wölfen aus persönlichen Gründen auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Er bestritt in dieser Saison ein Oberliga-Spiel.
  • gestern
  • Mit André Schrader wird ein deutscher Schiedsrichter bei den Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina mit dabei sein. Der 36-Jährige wurde nach 2014 und 2022 bereits zum dritten Mal vom Eishockey-Weltverband IIHF für Olympische Winterspiele nominiert.
  • gestern
  • Bei der U18-Weltmeisterschaft (Division I, Gruppe A) der Frauen hat die deutsche Auswahl ihren zweiten Turniersieg gefeiert. Durch Doppelpacks von Alexandra Boico und Charleen Poindl sowie ein Tor von Annika Stephainski gelang ein 5:1 gegen Italien. Am Samstag trifft die DEB-Auswahl auf Japan.
  • vor 2 Tagen
  • Paul Vinzens von den Blue Devils Weiden wurde von der DEL2 als U21-Förderspieler des Monats Dezember 2025 ausgezeichnet. Der 20-jährige Stürmer erzielte im Monat Dezember sechs Punkte in acht Spielen (drei Tore, drei Assists) und hatte eine Plus/Minus-Bilanz von +6.
  • vor 2 Tagen
  • Stürmer Leon Tettenborn hat seinen Vertrag beim Nord-Oberligisten Herner EV aufgelöst. Der 20-Jährige war im Sommer aus Kassels Nachwuchs gekommen, blieb in 31 Punktspielen jedoch punktlos. Nun zieht es Tettenborn nach Angaben der Miners zu einem Regionalligisten.
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