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Sonntag, 15. Juli 2012

NHL eröffnet die Tarifverhandlungen: Angebot oder Kriegserklärung

Gary Bettman
Foto: imago

Monatelang wurde vorbereitet, geplant, Meinungen eingeholt. Dann begannen Ende Juni, offenbar in freundschaftlicher Atmosphäre, endlich die Gespräche zwischen NHL und der NHLPA. Doch mit gegenseitigen Sympathiebekundungen dürfte es seit dem vergangenen Freitag endgültig vorbei sein. Denn an diesem Tag legte die Liga der Spielergewerkschaft erstmals ein konkretes Angebot für einen neuen Rahmentarifvertrag vor.

Und das hatte es in sich. Als "eine Kriegserklärung" an die Spieler betitelten gleich mehrere renommierte Zeitungsanalysten, wie etwa Larry Brooks von der New York Post, die Offerte. So sollen die Spieler, geht es nach den Eignern und ihrem erstem Angebot, statt wie bisher maximal 57 Prozent vom Gesamtumsatz der Liga nur noch maximal 46 Prozent erhalten.


Eine Forderung, die in der Praxis nichts anderes bedeuten würde, als dass der Salary Cap pro Team um über zehn Millionen Dollar gesenkt würde und die Spieler gleichzeitig auf deutlich mehr als zehn Prozent ihrer bisherigen Gehälter verzichten müssten. Weitere Forderungen im strikten Katalog der NHL umfassen die Abschaffung der "Salary Arbitration", die Einführung einer maximalen Vertragslänge von nur fünf Jahren mit einheitlicher Gehaltssumme über die gesamte Zeit oder die Verlängerung der Laufzeit "Entry-Level"-Verträge von drei auf fünf Jahre.

Gewerkschaftsführer Donald Fehr und die Spieler hielten sich am Wochenende unter Verweis auf die laufenden Verhandlungen mit Stellungnahmen komplett zurück. Nicht aber so mancher Spieleragent: Angesichts von "sechs Jahren mit Rekordgewinnen in Folge" sei er aufgrund dieser Absichten "bestürzt und verärgert", sagte zum Beispiel Allen Walsh, dessen Firma Octagon Hockey unter anderem Spieler wie Ryan Miller, Marc-Andre Fleury oder Patrik Elias vertritt. Gespannt sein darf man daher nun auf den morgigen Mittwoch, wenn die Beteiligten erneut zusammenkommen und die PA auf die Offerte antworten wird. Steigt diese direkt mit einem Gegenangebot in das Gefeilsche um die Zahlen ein?

Oder weist die Gewerkschaft den Vorschlag der Liga vollständig zurück und fordert vielmehr, die finanziellen Probleme einiger Teams durch mehr Gewinnverteilung unter den Klubs auszugleichen? In jedem Fall dürfte die Reaktion der Gewerkschaft bereits ein wichtiger Indikator dahingehend sein, ob der geplante Saisonstart im Oktober bereits frühzeitig in ernste Gefahr gerät.

Joachim Meyer


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Notizen

  • gestern
  • Der langjährige DEL-Verteidiger Dylan Yeo beendet seine Karriere. Sein letzter Club, die Dragons de Rouen (Frankreich), gaben dies in Folge ihres Halbfinal-Aus bekannt. Der 39-jährige Yeo hatte für die Straubing Tigers, die Iserlohn Roosters und die Schwenninger Wild Wings gespielt.
  • vor 2 Tagen
  • Die Stuttgart Rebels aus der Oberliga Süd haben bestätigt, dass Angreifer Reagan Poncelet wie geplant sein zweites Vertragsjahr auf der Waldau antreten wird. 2025/26 kam der 27-jährige Kanadier auf drei Tore und acht Assists in 27 Partien.
  • vor 3 Tagen
  • NHL am Mittwoch: Dank fünf Punkten von Connor McDavid (drei Tore, zwei Assists) siegten die Edmonton Oilers mit 5:2 in San Jose. Josh Samanski stand für Edmonton rund elf Minuten auf dem Eis, Leon Draisaitl fehlte weiter verletzt. Außerdem: New York Rangers - Buffalo 3:5, Toronto - Washington 0:4.
  • vor 8 Tagen
  • NHL in der Nacht: Die St. Louis Blues rücken immer näher an die Wild-Card-Plätze heran. Nach dem 6:2-Sieg (3:2, 2:0, 1:0) bei den Anaheim Ducks liegen sie nur nur drei Zähler zurück. Die Philadelphia Flyers landeten ebenso einen Auswärtssieg: Sie gewannen 4:1 bei den N.Y. Islanders (2:0, 1:1, 1:0).
  • vor 8 Tagen
  • Tim Lutz (25) hat seinen Vertrag bei den Eispiraten Crimmitschau (DEL2) um ein Jahr verlängert. Der Angreifer konnte in der abgelaufenen Saison verletzungsbedingt lediglich in der Endphase vier Matches bestreiten und verzeichnete dabei einen Assist.
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