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Artikel vom Sonntag, 2. Dezember 2012

Morsche Halle unter Palmen: Während des Lockouts gilt: Billig zählt, Hauptsache Eis

Marco Sturm (links) und Marian Hossa haben Spaß im Training.<br/>Foto: Sing<br/>

Marco Sturm (links) und Marian Hossa haben Spaß im Training.
Foto: Sing

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. In Zeiten des NHL-Lockouts müssen sich die von den Vereinen ausgesperrten Spieler hin und wieder als echte Improvisationskünstler erweisen. Um sich körperlich fit zu halten beziehungsweise in regelmäßigen Abständen aufs Eis zu können, ist den Profis nahezu jede Gelegenheit beziehungsweise Örtlichkeit recht - selbst dann, wenn die Eishalle den Charme eines Schlachthofes besitzt.

So in Pompano Beach (Florida), rund 15 Meilen von Fort Lauderdale entfernt, wo sich derzeit dreimal pro Woche eine zehn- bis zwölfköpfige Trainingsgruppe - darunter auch Marco Sturm - für den "Tag X" in Schwung bringt. Was den Namen der dortigen Halle ("Glacier Ice & Snow Arena") pompös anmuten lässt, ist in Wirklichkeit ein in die Jahre gekommenes Bauwerk, das von außen nicht wirklich an ein Eisstadion erinnert. Aber auch der Innenraum vermittelt eher den Eindruck, als würde man sich eher in den 70er-Jahren befinden. Krachende und morsche Holzbänke auf den Zuschauertribünen sowie eine Umkleidekabine, die mit zwölf Akteuren bereits überfüllt wirkt.

Training in der Glacier Ice & Snow Arena (10 Einträge)

      

"In den ersten Wochen des Lockouts haben wir im "Saveology Iceplex" trainiert. Doch dann haben die Panthers die Miete fürs Eis drastisch angehoben und wir haben uns nach einer anderen Trainingsmöglichkeit umgesehen", sagt Marco Sturm. Rund 380 Dollar hätten die NHL-Cracks pro Stunde für das Trainingszentrum der Panther auf den Tisch legen müssen. "Und das war uns schlichtweg zu viel", so Sturm, der sich mit seinen Trainingskollegen letztlich für die "Glacier Ice & Snow Arena", deren Stundenmiete lediglich 100 Euro beträgt entschied.

"Natürlich ist es jetzt nicht die modernste Halle. Aber das Wichtigste ist letztlich, dass wir überhaupt eine Möglichkeit haben, regelmäßig aufs Eis zu gehen", meint der 34-jährige Dingolfinger. Als glücklicher Umstand erweist sich zudem die Tatsache, dass seit vergangener Woche sogar ein russischer Trainer (Sturm: "Ich kenne seinen Namen nicht einmal. Den hat uns Dimitri Kulikov vermittelt.") mit dabei ist, der quasi umsonst die Übungen leitet. "Dadurch bekommt das Ganze mehr Struktur. Als wir alleine waren, mussten wir uns immer kurzfristig überlegen, welche Übungen wir denn nun als nächste machen." Zumindst ein bisschen "Luxus" in der "Glacier Ice & Snow Arena".

Dirk Sing


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