Ein Sieg zum Abschluss: Deutschland gewinnt 3:2 n.V. gegen Frankreich.
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"Wie das Team heute noch einmal den Sieg wollte, wie es hart gekämpft hat, wie es motiviert war, das zeigt den ganzen Charakter dieser Mannschaft." Trainer Pat Cortina wusste, dass das Abschlussspiel seiner Truppe gegen Frankreich unter den Vorzeichen nicht einfach war. Beim Mittagessen sah man die ersten beiden Treffer der Slowaken gegen die USA im Fernsehen, in der Halle angekommen fiel das 4:1 und als man in die Kabine ging, kamen der deutschen Mannschaft gerade die feiernden Slowaken auf dem Weg zu ihrer Umkleide entgegen. "Dass war natürlich nicht einfach", meinte Stürmer Patrick Hager. "Wir wussten, dass es vorbei ist und wir keine Chance mehr auf das Viertelfinale haben.".
Und so überwog in den Gesichtern der Mannschaft auch nach dem 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen die Franzosen die Enttäuschung. "Klar sind wir jetzt enttäuscht", meinte Hager. "Wir hätten gerne das Viertelfinale erreicht." Und auch wenn der Frust sichtbar groß bei allen war, so bemühte man sich schnell auch um das positive Fazit dieser WM. "Ich denke, wir können insgesamt zufrieden sein", so Marcel Goc. Und Christian Ehrhoff ergänzte: "Wir haben eines unserer Ziele erreicht: Wir haben den Stolz ins deutsche Eishockey zurückgebracht."
Das Ziel Viertelfinale hat man nicht am letzten Spieltag versäumt, da waren sich alle einig: "Wir hätten gegen die großen Nationen den ein oder anderen Punkt mehr klauen müssen", erkannte Marcel Goc. "Wir haben gegen die Finnen unglücklich verloren, auch gegen die Slowaken. Da hätte es anders laufen können. Aber insgesamt war dieses Turnier ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung."
Und dass der bei diesem Turnier überragende Christian Ehrhoff diese WM für Deutschland mit dem Siegtreffer in der Verlängerung gegen Frankreich beendete, passte ins Bild. Der "Marathonmann" stand auch gegen die Franzosen wieder fast 27 Minuten auf dem Eis und verkörpert mit seiner Einstellung und seinen Leaderqualitäten den Spieler, den Trainer Pat Cortina in den nächsten Jahren dringend braucht. Und so verabschiedete sich der Verteidiger am Ende quasi wie selbstverständlich: "Ich freue mich schon auf das nächste Mal mit dem Nationalteam."
Tobias Welck/Sebastian Groß